Warum nicht nur wichtig ist, WAS Du isst

Warum nicht nur wichtig ist, WAS Du isst

Morgens, halb acht in Deutschland. Mit der frischen Brezel in der Tasche und dem Coffee to go in der Hand bist Du auf dem Weg ins Büro. Oder Du hast die Kinder für die Schule fertig gemacht und Dir ab und zu einen Bissen Käsetoast und einen Schluck Kaffee gegönnt. Oder Du hast Dir sogar ein gesundes Porridge gemacht, frisches Obst darauf geschnipselt und Dich damit an den Rechner gesetzt.
Inhaltsverzeichnis

Erkennst Du Dich in einem dieser Szenarien wieder? Oder in einem ähnlichen?

Keines davon ist optimal.

Tut mir leid, Dir das sagen zu müssen.

Es ist nämlich nicht nur entscheidend, WAS Du isst, sondern auch WIE.

Kräuselst Du jetzt die Stirn und fragst Dich, ob es mir noch gut geht? Essen hast Du als Kleinkind gelernt und hast es auch Deinen Kindern schon beigebracht. Also was bitte will ich Dir dazu erzählen!

Es geht mir gut und ich meine das ganz ernst.

„Deine Art zu essen beeinflusst Dein Leben gewaltig.“

Warum es nicht gut ist, beim Essen abgelenkt zu sein

Wann hast Du Dir das letzte Mal eine richtige Mittagspause gegönnt? In der Du Dir Zeit für eine ganze Mahlzeit genommen, Dein Smartphone vom Tisch verbannt, ganz in Ruhe und voll auf die Köstlichkeiten auf Deinem Teller konzentriert geschlemmt hast?

Ertappt? Ist schon länger her?

Damit bist Du nicht allein.

Heutzutage wird nur noch sehr selten bewusst gegessen. Essen ist zur Nebensache geworden, es ist lästig, sich überhaupt mit der Ernährung zu beschäftigen und manchmal würden wir am liebsten ganz darauf verzichten. Kein Wunder, bei all den gut gemeinten oder durch hartnäckige Werbung propagierten Ratschlägen, was wir unbedingt und was um Himmels Willen wir überhaupt gar nicht mehr essen sollten. Schon allein das Thema macht uns Stress.

Wozu ich Dich heute anregen möchte, war früher das ganz normales Essverhalten.

Heute heißt es Mindful Eating.

Aber egal, wie wir es nennen: Es ist in unser aller vollgepacktem Alltag komplett verloren gegangen.

Ich habe darüber mit Anja Rödel, einer Expertin für selbst-bewusstes Essen, gesprochen und sie gefragt, warum der Körper überhaupt nicht mag, wenn wir nur nebenbei essen: „Schon VOR dem Essen will sich der Körper darauf vorbereiten, dass jetzt gleich Futter reinkommt – dann aktiviert er bestimmte Hormone, fährt die Magensäureproduktion hoch, weckt Geruchs- und Geschmacksnerven auf und vieles mehr.“

Deshalb sollten wir anfangen, unser Essverhalten umzustellen und das Essen wichtiger zu nehmen, erklärt Anja. „Wenn Du nebenbei isst, bemerkst Du die Signale Deines Körpers nicht. Bist Du von Handy, Fernseher, Computer & Co. abgelenkt, registrierst Du nicht, ob Dir das Essen schmeckt, wie es schmeckt, ob Du eigentlich schon satt bist oder ob Du jetzt ganz was anderes bräuchtest.“

Mindful Eating bedeutet, sich mit dem eigenen Essverhalten auseinanderzusetzen und sich bewusst auf das Essen selbst zu konzentrieren. Möglichst zu jeder Mahlzeit.

Wie sich Deine Art zu essen auf Dein Leben auswirkt

Hat auch Dein Körper schon angefangen, sich ein kleines Hüftpolster für schwere Zeiten anzulegen? In sehr kleinem Umfang ist das okay, weil nur dort zukünftig Östrogen produziert werden kann, welches Du durchaus noch brauchst. Nur, vom kleinen Pölsterchen zum ungesunden Bauchfett geht es manchmal recht schnell.

Wusstest Du, dass die Art des Essens auch Auswirkungen auf Deinen Fettstoffwechsel, also auf Dein Gewicht hat?

„Nebenbei Gegessenes bemerkt der Körper quasi nicht als Essen und lagert es im Vorrat (also auf den Hüften) ein – mit zunehmendem Alter halt leider immer mehr.“ erklärt Gewichtscoach Anja Rödel. „Und Du ignorierst damit Dich und Deinen Körper und bringst Dir so überhaupt keine Wertschätzung entgegen – weder für Deine Seele, noch für Deinen wundervollen Körper, der Dich eigentlich sehr gerne wohlbehalten durch diese wechselhafte Zeit bringen möchte.“

Es ist in jedem Alter wichtig, wie wir essen, aber besonders jenseits der magischen 40er Grenze sollten wir zunehmend darauf achten. Weil schon die hormonelle Umstellung selbst unserem Stoffwechsel in den Wechseljahren viel abverlangt. Weil wir mit unserer Energie besser haushalten müssen als früher. Weil das Hüftgold schnell mehr wird und immer schwerer abzutrainieren ist.

 „Mindful Eating ist gut für Stoffwechsel, Seele und Taille“

So funktioniert Mindful Eating

Mindful Eating kannst Du ganz leicht lernen. Du brauchst nur Dein Essverhalten ehrlich zu analysieren, aufmerksam in Deinen Körper zu lauschen und musst dann wahrscheinlich einige ungünstige Gewohnheiten abstellen. So geht´s:

Reflektiere Deine eigenen Essgewohnheiten!

Bevor Du Dich daran machst, achtsam und bewusst zu essen, solltest Du Dein Essverhalten überprüfen. Geh durch Deinen Tag und schau Dir an, wie Du Deine Mahlzeiten zu Dir nimmst. Dein Frühstück, Dein Mittagessen und Dein Abendessen. Und die Snacks zwischendurch.

Schreib es doch mal auf. Eine Woche lang: Wann, wo, mit wem und mit welcher Ablenkung hast Du gegessen? Sei ehrlich mit Dir.

Lerne, Dein Bauchgefühl schon vor dem Essen richtig zu deuten.

Dein wundervoller Körper weiß, wann Du Hunger hast und welche Nährstoffe Du brauchst. Er ist sogar in der Lage, es Dir zu signalisieren. Leider haben wir verlernt, die Signale richtig zu deuten. Bevor Du zum nächsten Snack greifst, frag Dich doch mal, ob Du wirklich Hunger hast. Oft stecken Durst, Schlafmangel, zu viel Foodporn auf Instagram & Co oder die vermaledeite Zuckerspirale dahinter. Oder die reine Gewohnheit.

Iss langsam und bewusst

Essen ist kein Wettbewerb. Nimm Dir die Zeit, gründlich zu kauen, damit Dein Körper die Nahrung besser aufnehmen kann und mach Pausen zwischen den einzelnen Happen. So merkst Du viel besser, wann Du satt bist. Du wirst erstaunt sein: Das Sättigungsgefühl stellt sich nach etwas Übung viel früher ein als erwartet.

Schalte alle Geräte aus.

Stell sie auf lautlos und leg sie aus Deiner Sichtweite. Gönn Dir Deine Mahlzeiten ohne Ablenkung durch technische Geräte. Ob sozial oder nicht, lass alle Medien beim Essen einfach links liegen. Beobachte mal, was das mit Dir macht. Wenn Du es bisher gewohnt warst, beim Essen Nachrichten zu sehen, Messages zu beantworten oder den neuesten Podcast zu hören, wird es Dir anfangs recht komisch vorkommen. Bleib unbedingt dran, es lohnt sich!

Trainiere Deine Geschmacksnerven.

Schau Dir genau an, was Du isst und nimm den Geschmack wahr. Sich gedanklich mit seinem Essen zu beschäftigen, ist ein großartiger Weg zum Mindful Eating. Wer sich sein Essen in fünf Minuten herunterschlingt, weiß oft gar nicht was er wirklich gegessen hat, oder womit es gewürzt war. Üb Dich mit Beschreibungen über den Geschmack, reg Gespräche mit Deiner Familie oder den Kollegen dazu an. Damit wird Dir Dein Essen zukünftig noch viel besser schmecken.

Lerne Dein Essen kennen.

Achtsam essen heißt, sich mit seiner Nahrung auseinanderzusetzen. Dazu gehört zusätzlich zum Geschmack auch das Wissen über die Herkunft und den Anbau. Auch wenn Du bei einigen Lebensmitteln keine Idee haben wirst, woher sie kommen oder wie sie wachsen, beschäftige Dich damit und der Prozess des Mindful Eating kann in Zukunft schon beim Einkaufen für Dich beginnen.

Fazit

Es ist nicht nur wichtig, WAS Du isst. Auch das WIE hat einen großen Einfluss auf Dein Wohlbefinden. Mindful Eating, also bewusstes, achtsames Essen bringt Dir und Deinem Körper diese Vorteile:

Durch die Schulung Deiner Selbstwahrnehmung

  • spürst Du, ob Du Hunger hast oder vielleicht ganz was anderes brauchst
  • merkst Du genau, wann Du satt bist und schaufelst nicht kopflos viel zu große Mengen in Dich hinein
  • weckst Du Deine Geschmacks- und Geruchsnerven aus dem Tiefschlaf und kannst zum wahren Gourmet werden

Durch bewusstes, entspanntes Essen

  • kann Dein Körper die Nährstoffe viel besser aufnehmen und gibt Dir viel mehr Energie
  • lagert Dein Körper nicht mehr so viel Überflüssiges in Fettdepots ein und die Kilos können purzeln
  • wirst Du Dich automatisch mit gesunder Ernährung beschäftigen und besser essen
  • wertschätzt Du Dich und Deinen wundervollen Körper

Wer sich mehr mit dem Thema Mindful Eating beschäftigen möchte, kann sich in das Buch „Achtsamkeit und die Kunst des bewussten Essens“* von Beate Caglar vertiefen. Sie hat praktischerweise gleich gute vegetarische und vegane Rezepte für alle unsere Sinne beigefügt.

Gute Gründe, sich mit den eigenen Essgewohnheiten auseinanderzusetzen, wie ich finde. Welche Gewohnheiten haben sich bei Dir eingeschlichen? Wirst Du daran arbeiten? Schreib es gern in die Kommentare. Ich bin gespannt.

Herzlichst, Deine Gela

PS: Mehr von Gewichtscoach Anja Rödel findest Du hier.

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Alle Aussagen und Empfehlungen in diesem Artikel sind sorgfältig recherchiert und für gesunde Frauen gedacht. Unsere Beiträge bieten jedoch keinen Ersatz für kompetenten medizinischen Rat und es wird keine Haftung übernommen. Auf jeden Fall solltest Du Dich in deinen Wechseljahren regelmäßig mit deinem Gynäkologen besprechen, gegebenenfalls auch mit Endokrinologen und Heilpraktiker.

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