Und plötzlich war ich unsichtbar...

Und plötzlich war ich unsichtbar…

Wenn Frau etwas länger jung ist, verändert sich eine ganze Menge. Neben einer gewissen LMAA Einstellung zu einigen Themen, der Vorliebe für Qualität statt Quantität bei Nahrungsmitteln, Freundschaften und Kleidung, dem abendlichen Einschlafen vor dem heiß ersehnten Spätfilm ändern sich auch Dinge, die unserem Ego immer mal wieder etwas Aufwind gegeben haben.

Da war das Lächeln des Latin Lovers beim Saunagang… etwas schmierig und anzüglich und in dem Moment einfach nur daneben, nichtsdestotrotz ein Beifall für unsere Weiblichkeit.

Da waren die begehrenden Blicke und Pfiffe der Bauarbeiter, die ja irgendwie lästig, aber gleichzeitig auch eine Bestätigung für die eigene Wirkung waren.

Da waren die zwar oft platten, aber trotzdem gern genommenen Komplimente der männlichen Kollegen über das strahlende Lächeln oder das sexy Outfit.

Und irgendwann war das plötzlich weg.

Schleichend hatte die eigene Unsichtbarkeit eingesetzt, hatten sich die Wechseljahre durch die Hintertür angeschlichen und die Hormone sang- und klanglos ihre Unterstützung in Sachen Attraktivität eingestellt.

„Wenn ich heute an einer Horde Männer vorbei gehe, kann ich von Glück reden, wenn die mir überhaupt Platz machen.“

Wann bloß hatte es begonnen, dass meine Anziehung auf das andere Geschlecht zusehends abgenommen hat?

Ganz sukzessive, fast unbemerkt. Irgendwann merkte ich: Da fehlt doch was.

Bis Ende 30 konnte ich mich nicht beschweren, hatte immer Verehrer um mich herum. Zwar nicht mehr so wie in meinen 20ern, da war ich sozusagen eine Waffe mit Konfektionsgrösse 36, braungebrannt, durchtrainiert und mit langen Locken.

Ja, ich war ein Hingucker, hatte die Aufmerksamkeit der Männer und den Neid der Frauen.

Verwöhnt durch eine gute Auswahl 😉 und ständige Komplimente war der Wechsel zum Wegfall derselbigen einfach grausam für mich und stürzte mich massivst in eine Krise.

Denn wenn wir ehrlich sind, müssen wir zugeben: Wenn wir angebaggert werden und es von den Gerüsten pfeift, sobald wir vorbei gehen, nervt es uns zwar, aber gleichzeitig wissen wir, dass wir begehrt werden.

Wenn das plötzlich ausbleibt, wir statt mit „Du“ mit dem höflichen „Sie“ angesprochen werden, das Lächeln nicht mehr uns, sondern der Jüngeren hinter uns gilt, dann hat die Natur zugeschlagen und uns, zumindest was die Attraktivität für die Y-Generation angeht, deaktiviert.

Autsch…das tat weh… Mich hat das heftig aus der Bahn geworfen und mir viele Tränen und Depressionen beschert. Und leider sehr oft auch Verzweiflungstaten in Form von einem auf extrem jugendlich und sexy getrimmten Äußeren.

Schnapsidee, klar.

Denn ich wurde dadurch nicht wieder anziehender, sondern tendierte eher in die Liga „Mitleid erregend“, was mir allerdings in diesen Momenten von zu viel Make-up und zu wenig Stoff nicht bewusst war.

Die Botschaft, die ich wohl ausgesendet hatte war also eher in Richtung bedürftig und nicht, wie erhofft, die Auferstehung meiner Wirkung als Femme Fatale.

Das war fatal, denn durch diese peinlichen Auftritte zog ich keine positive Erlebnisse an, sondern eher das Gegenteil. Das Härteste, was ich mir anhören durfte, war eine sehr derbe Umschreibung der Aussage „ auf alten Gäulen lernt man(n) Reiten“!

Autsch….holy Shit, das tat weh und mein damals sowieso schon bösartig angeknackstes Ego stand kurz davor, sich dramatisch à la Lemming in den Abgrund der Scham zu stürzen. Bücher und wissenschaftliche Beiträge von schlauen Menschen waren meine Rettung. Beispielsweise „Das männliche Gehirn“* und „Das weibliche Gehirn“ von Louann Brizendine.

Beim Lesen erlebte ich viele, viele Aha-Momente.

Ich lernte, dass die Natur steuert, dass Männer auf nunmal stärker auf jüngere Frauen reagieren, denn der genetische Pool zur Fortpflanzung ist bei denen einfach gesünder und das Sterblichkeits- und Krankheitsrisiko durch eine Schwangerschaft natürlich wesentlich geringer.

Und ja, es geht dabei immer nur um das Eine 😉

Es war natürlich nicht wirklich prickelnd zu erfahren, dass ich kein reproduktionsfähiges Pfirsichlein mehr sein soll, sondern eher der Dörrpflaume ähneln darf, aber ich wusste dadurch zumindest, dass ich es nicht mehr persönlich nehmen muss.

Ja, Mädels, das steuern die Hormone, die uns mit den Wechseljahren von knackigen fruchtbaren Frauen zu stolzen, schönen Königinnen machen, wie Gela hier immer schreibt. Na, schauen wir mal 😉

Ok, also hatten sich nun die Parameter geändert.

Aber wie sollte ich jetzt zu meiner Selbstbestätigung kommen, wenn ich sie nicht mehr über mein umwerfendes, jugendliches Aussehen generieren konnte?

Im Finden von Lösungen war ich ja schon immer sehr kreativ, also machte ich mich strategisch an die Umsetzung und arbeitete konsequent an meiner Außenwirkung.

Wie das aussah und aussieht? Charisma-Training und über den eigenen Schatten springen, was das Präsenz zeigen und Raum einnehmen angeht.

„Mittlerweile sehe ich diese vermeintliche Unsichtbarkeit, die sich mit den Wechseljahren einstellt, sogar als Vorteil.“

Wenn ich zurückdenke, welchen Stress ich immer hatte, um toll auszusehen, wie ich nur über das Äußere bewertet wurde, bis ich sogar meine eigene Messlatte der Selbstachtung daran angelegt hatte!

So wie jetzt ist es doch viel entspannter.

Ja, die Blicke der Männer sind deutlich zurück gegangen… aber es gibt sie noch.

Und zwar von denen, die selbst schon den Silberlöwen-Status haben und dabei so gelassen sind, dass sie ohne Konkurrenzkampf mit einer toughen, selbständigen Frau umgehen und leben können. Richtige Männer eben 😉

Und ganz ehrlich: Ist das nicht, worum es geht? Ich muss nicht allen und jedem gefallen. Mir reicht doch einer, der mir guttut und mit dem das gemeinsame Älterwerden Spaß macht. Damit frau trotz des genetischen Abbauprogramms durch Wechseljahre und Co. vital und charismatisch bleibt, sind einige Maßnahmen erforderlich. Meine besten Tipps habe ich Dir hier aufgeschrieben:

Wenn Du in und nach Deiner unvermeidlichen Menopause diese zehn Regeln befolgst, wirst Du für immer unwiderstehlich bleiben:

  1. Neben dem Rückgang der Hormonproduktion in den Wechseljahren sind die fiesen, freien Radikale einer der Hauptgründe für die sichtbaren Alterserscheinungen. Mir stellt sich allerdings jedesmal wieder die Frage, warum diese Biester eigentlich immer noch frei sind und nicht längst unter Verschluss, wo sie keinen Schaden mehr anrichten können.Spaß beiseite. Um den Radikalen auch radikal entgegenwirken zu können, macht sich eine Ernährung mit Antioxidantien ziemlich gut. Diese verstecken sich in leckeren Beeren, Avocados, Ingwer, Kurkuma, Kokosöl, Biowaldhonig, Nüssen, grünem Tee und Matcha. Generell ist eine überwiegend pflanzlich basierte Ernährung der beste Schutz vor Alterungsschäden, da der Körper nicht übersäuert wird und pflanzliche Nahrung ausreichend hochwertige Nährstoffe erhält.
  2. Wasser ist das Beauty-Mittel, das bei mir an erster Stelle steht. Meist trinken wir zu wenig und dummerweise lässt das Durstgefühl mit den Jahren nach und der Körper trocknet aus. Mein Tipp: Jeden Tag vier 500 Milliliter-Flaschen mit Mineralwasser bereitstellen, die dann abends geleert sein müssen, am besten zwei schon bis mittags und die beiden anderen bis abends.Unser Körper besteht zum überwiegenden Teil aus Wasser und wenn zu wenig zugeführt wird, schlägt die Runzelfalle zu. Und auch die Stoffwechselfunktionen leiden darunter.
  3. Naschkatzen altern schneller. Zu viel Zucker ist ein Faltengarant: Die elastinen Fasern werden schneller brüchig, das Bindegewebe erschlafft und die Haut neigt früher zur Faltenbildung.
  4. „Color me beautiful“ – weiche, zarte und reduzierte Farben sind für den Teint besser, der im Laufe der Jahre unruhiger und fleckiger wird. Ein zartes Make-up mit einem Mineralpowder und Rouge als Akzent an Wangen, Schläfen und Stirn zaubert Frische ins Gesicht. Perlmutt vermeiden, die Glanzpartikel setzen sich fies in den Fältchen ab und heben sie noch hervor.
  5. Haltung bewahren. So wie unser Innen auch auf unseren Außenauftritt wirkt, ist das umgekehrt ebenso. Wir sind Königinnen, alle miteinander. Also hoch das Kinn, Rücken gerade und Brust raus. Grandezza und Charisma wirken immer und so manch einer schaut zweimal hin, welch tolle Frau da vorbeischreitet. Unsere äußere Haltung wirkt sich auch positiv auf unser Unterbewusstsein aus, denn wer sich stark und sexy fühlt, wirkt wiederum nach außen anziehender….ein magischer Kreislauf.
  6. Lächeln, Strahlen, Lachen… machen schön und sympathisch. Humor verführt, Leichtigkeit und Lebensfreude sind Menschen-Magneten.
  7. Flirten, was das Zeug hält. Und damit meine ich nicht typisches Anbaggern, sondern in Kontakt kommen mit allen Menschen. Wenn ich einkaufen gehe, ist niemand vor meinen Komplimenten sicher. Sobald ich etwas Schönes und Besonderes an einem Menschen sehe, egal ob Kind, Greis, Mann oder Frau, dann sage ich es. Das Strahlen, dass diese Gesichter nach einem ehrlich gemeinten Kompliment überzieht, ist so wundervoll und schüttet auch bei mir Glückshormone aus. Eine fantastische Win:Win Situation und ein wundervolles Schönheitsmittelchen… denn Glückshormone halten jung.
  8. Leider macht die Veränderung auch nicht vor unseren Haaren halt, die neben der grauen Farbe auch bei Frauen dünner und weniger werden können. Wer den Geruch mag, kann zur Unterstützung des Haarwachstums die Kopfhaut mit natürlichen, ätherischen Eukalyptus- und Rosmarinölen einreiben.
  9. Ein unebenes, fleckiges Hautbild macht älter als ein paar Falten. Gut ausgebildete Kosmetikerinnen können mit Anwendungen wie Radiofrequenz, Microneedling, Dermabrasion und hochwirksamen Seren wahre Wunder vollbringen. Mein Liebling ist die Kombination aus Fruchsäurepeeling, Microneedling, hochwertiger Wirkstoffpflege und Facebuilding.
  10. Bewegung und Muskelaufbau sind wichtig für einen gesunden, vitalen Körper und ein attraktives Aussehen. Es muss nicht zwanghaft das Abo in der Muckibude sein, auch sanfte Methoden wie Yoga, Theraband, Schwimmen und natürlich Laufen oder Wandern in der Natur unterstützen die Gesundheit und sorgen für eine aufrechte, straffe Körperhaltung, was wiederum jugendlicher wirkt. Nur Durchhalten, Ladies!

„Mit diesen Tipps ist der Erhalt der Attraktivität bis zur letzten Schnappatmung garantiert“

sagt Alexandra Loos, die diesen tollen Gastartikel für LEMONDAYS geschrieben hat.

Und mir bleibt noch, Alexandra von ganzem Herzen für diesen erfrischenden Artikel zu danken und eines meiner geliebten Zitate von Coco Chanel zu ergänzen:

„You can be gorgeous at thirty
charming at forty
and irresistible for the rest of your life.“

In diesem Sinne,

Bleib frisch und knackig,

Deine Alex

PS: Wir freuen uns auf Deinen Kommentar mit Deinen Erlebnissen, Gedanken oder Tipps zum Thema Attraktivität.

Alex Loos
Alex Loos

Alexandra Loos ist seit 1989 selbstständig und Expertin für Verkauf, Image-Marketing, Kommunikation & High Performance. Ihre Leidenschaft gilt dem Vermitteln von Methoden, um als Frau selbstsicher und charismatisch im Business auftreten und entspannt verkaufen zu können. Vom Hidden Experte zum überzeugenden Auftritt Deiner Personal Brand. www.alexandra-loos.com

Alex Loos
Alex Loos

Alexandra Loos ist seit 1989 selbstständig und Expertin für Verkauf, Image-Marketing, Kommunikation & High Performance. Ihre Leidenschaft gilt dem Vermitteln von Methoden, um als Frau selbstsicher und charismatisch im Business auftreten und entspannt verkaufen zu können. Vom Hidden Experte zum überzeugenden Auftritt Deiner Personal Brand. www.alexandra-loos.com

Alle Aussagen und Empfehlungen in diesem Artikel sind sorgfältig recherchiert und für gesunde Frauen gedacht. Unsere Beiträge bieten jedoch keinen Ersatz für kompetenten medizinischen Rat und es wird keine Haftung übernommen. Auf jeden Fall solltest Du Dich in deinen Wechseljahren regelmäßig mit deinem Gynäkologen besprechen, gegebenenfalls auch mit Endokrinologen und Heilpraktiker.

6 Gedanken zu „Und plötzlich war ich unsichtbar…“

  1. Ein ganz wunderbarer Artikel, der mit dem einen oder anderen Schmunzler bereits für Glücksgefühle und für die „guten Falten“ im Gesicht gesorgt hat, die uns unwiderstehlich und einfach nur sympathisch machen. Liebe Alexandra, liebe Gela, genau auf dem Punkt! Und ja, Humor und Gelassenheit sind die grossen Stärken der Ü50 Frauen…damit kann man ab und zu so manche 20-Jährige toppen oder zumindest ein wenig in Verlegenheit bringen…und die ewig jungen, verzweifelten Girlies sowieso 😉 Ein herrlicher Artikel! LG Petra

    Antworten
    • Liebe Petra, vielen Dank für dein Lob, da geht das menopausierte Ego & das Herzerl der Verfasserin natürlich auf Tatsächlich seh ich so Vieles gelassener, finde mich so wie ich bin klasse und hab wesentlich mehr Selbstbewusstein durch dieJahre bekommen.

      Antworten
    • Lieber David,
      ich kann mich Dir nur anschließen. Gastautorin Alexandra schreibt einfach herrlich. Deshalb hat sie hier im Magazin auch eine feste, monatliche Kolumne. Falls Du mehr von ihr lesen möchtest – unter dem Punkt Blog in der Navigation findest Du die „Kolumne“.
      Herzensgruß, Gela

      Antworten
  2. ja, kann ich aus ganzem Herzen unterschreiben! Ich bin 56 und möchte mir die langen Haare abschneiden lassen (traue mich gerade noch nicht, weil ich fürchte, dann noch unsichtbarer zu sein) und suche aktiv und zielstrebig nach Frauen meines Alters, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Die sich bewusst für ein „Loslassen“ der eigenen Jugendlichkeit (=Attraktivität???) entschieden haben. Nicht gerade zugunsten rentnerbeigem Goretex, aber zugunsten von soft skills, wie Charme, Freundlichkeit und Humor. Ich kämpfe noch mit mir. Wenn sie ab sind, sind sie ab – ein jahrelanges „Zwischenstadium“ mit rausgewachsenem Kurzhaarschnitt will ich definitiv nicht mehr haben. Schaumermal…. 🙂

    Antworten

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