Zweimal alles für mich bitte!

Zweimal alles für mich bitte!

Huch, bald ist ja schon wieder Bundestagswahl. Gut, dass Wählen meine absolute Spezialität ist. Ich kann in Restaurants beispielsweise so lange Sitzplätze und Menüs wählen und wieder umwählen, dass meine Begleitung am liebsten aus Verzweiflung auf den Brustwarzen zur nächsten Pommesbude kriechen möchte.

Apropos Wählen und Brustwarzen:

Das erste europäische Land, welches 1906 das Frauenwahlrecht eingeführt hat, war Finnland, dicht gefolgt von Norwegen und Dänemark. Die Skandinavier mal wieder, war ja klar. In Deutschland durften Frauen erstmals 1919 ihr Wahlrecht nutzen, und das Schlusslicht in Sachen Selbstbestimmtheit bildeten die Schweiz (1971!), Portugal (1984!!) und Liechtenstein (1984, hallo geht’s noch?). Als Liechtenstein das Wahlrecht eingeführt hat, haben wir in der Disco schon auf Laura Branigans Self Control getanzt, kein Witz.

Übrigens wurde in Skandinavien und Großbritannien zunächst nur das Wahlrecht für ledige und verwitwete Frauen eingeführt, um politische Differenzen in der Ehe zu vermeiden. Bei uns zu Hause bietet ein gemeinsamer Besuch bei IKEA allerdings weit mehr Zündstoff für einen Ehekrach als zusammen zur Grundschule latschen, um ein paar Kreuzchen zu machen.

Und wenn ich alle(s) einfach wählen könnte?

Eigentlich wäre es gar nicht schlecht gewesen, wenn ich in meiner Vergangenheit auch in anderen Lebensbereichen so ein Wahlzettelchen gehabt hätte – und bitte vorher eine Podiumsdiskussion mit allen Beteiligten, moderiert von Anne Will. Der eine oder andere Lebenspartner hätte sich vielleicht schon in den ersten Minuten als Luschi disqualifiziert, und man hätte ihn schnell noch vor der gemeinsamen Wohnung austauschen können. Bei anderen wäre mir ziemlich egal gewesen, ob die damals in Bio abgeschrieben haben. Naja, Hauptsache ich muss ihn nicht noch vier Jahre behalten, denkt sich jetzt bestimmt die eine oder andere Leserin.

Die Wechseljahre sind übrigens genau die Zeit, in der man so richtig Spaß daran hat, die Wahl zu haben. Bis dahin hast Du auch verstanden, dass die Mutti das jetzt nicht mehr ewig für Dich macht. In Deinem Kleiderschrank herrscht ein demokratisches Miteinander aus Jeans, Faltenröcken und Sakkos, Deine Tagescreme hat mehr drauf als das gesamte Gesundheitsministerium und Du denkst nicht mehr in Perioden, sondern höchstens in Prada.

Ähm, wo waren wir? Ach, stimmt, im Restaurant.

Da sitzt Du nun und schwankst zwischen grünem Salat und Rote-Bete-Carpaccio und überlegst noch, ob die das Dressing für den Salat jetzt wirklich selbst gemacht haben. Vielleicht kannst Du Dich mit dem Koch auf Rot-Grün einigen und bei der Gelegenheit auch fragen, ob sie einen besseren Sitz für Dich im Bundestag – äh, sorry, Platz im Lokal Deiner Wahl haben.

„Hier zieht’s total.“ sagst Du zum Mann. „NEIN NINA. Wir setzen uns jetzt nicht NOCHMAL um.“ sagt der Mann. Was will man machen, in meinem Herzen hat der Mann ja schon immer die absolute Mehrheit.

Hauptsache Haltung sag ich immer. Hauptsache Haltung.

Bleib frisch & fröhlich.
Deine Nina

Alle Aussagen und Empfehlungen in diesem Artikel sind sorgfältig recherchiert und für gesunde Frauen gedacht. Unsere Beiträge bieten jedoch keinen Ersatz für kompetenten medizinischen Rat und es wird keine Haftung übernommen. Auf jeden Fall solltest Du Dich in deinen Wechseljahren regelmäßig mit deinem Gynäkologen besprechen, gegebenenfalls auch mit Endokrinologen und Heilpraktiker.

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