Wenn der Mond die Sonne küsst oder die Magie einer Fernbeziehung

Wenn der Mond die Sonne küsst oder die Magie einer Fernbeziehung

Joya starrt in ihre kleine Espresso-Tasse. Wie schön wäre es, wenn sie aus dem Kaffeesatz lesen könnte. Nicht über die Zukunft und schon gar nicht über die Vergangenheit. Aber vielleicht etwas, um diese aktuelle Situation zu verstehen. Sie dreht die Tasse hin und her und stellt sie dann auf den Kopf. Der Espresso-Satz läuft in Zeitlupe an der Tassenwand herunter und bildet kunstvolle Schlieren. Joya glaubt eine Mondsichel zu sehen. Und mit viel Fantasie auch eine Sonne…

Wärst Du auch gerne eine Kaffeesatz-Leserin? Was würdest Du aus dem Kaffeesatz lesen wollen?

Eine Träne kullert über Joya’s Wange. Immer wieder muss sie an den großen Streit mit ihrem Liebsten denken.
Sie weiß, dass sie trotz ihrer 53 Jahre noch immer nicht so richtig konstruktiv streiten kann. Viel zu schnell fällt sie in Diskussionen wieder und wieder in ein tiefes „Entweder/Oder-Loch“. Mitten hinein in den schwarzen Graben eines Alles oder Nichts.

Für Joya ufert jeder noch so lapidare Streit in ein Drama aus, von dem sie jedes Mal glaubt, es würde unweigerlich das nahe Ende der Beziehung heraufbeschwören.

Das war schon immer so. Doch seit Joya in den Wechseljahren steckt, ist es noch schlimmer geworden. Sie ist viel empfindsamer und sensibler.

Doch was ist denn um Himmels Willen tatsächlich passiert?
Nun, so mancher würde es vielleicht ein gewöhnliches Gezanke unter Ehepaaren nennen. Für Joya allerdings, war es weit mehr als das. „Wir sind einfach zu verschieden. Wir drehen uns ständig im Kreis!“ brüllt sie ihrem Mann hinterher, der einfach kopfschüttelnd die Kampf-Arena verlässt.
Dabei hatte sie ihm gerade noch voller Begeisterung von ihrem neuen Mondkalender erzählt. Doch wieder einmal hatte ihr Mann ihr deutlich zu verstehen gegeben, was er „von diesem ganzen spirituellen Zeugs“ hält und ihr an den Kopf geworfen, dass er nur glauben kann, was er sieht.
Langsam beruhigt sich der kleine Hitzkopf wieder. „Erstaunlich!“ überlegt Joya, „Es ist erstaunlich, wie nahe Freude und Traurigkeit beieinander liegen. Eben haben wir noch gelacht und dann ist es DER EINE SATZ, der mich komplett aus der Bahn wirft mitsamt dem ganzen Hauch von Magie“.
Ihr Herz beginnt laut zu klopfen.

„Irgendwie sind wir beide wie Sonne und Mond und Lichtjahre voneinander entfernt.“

Joya blickt noch einmal in ihre Espressotasse und lässt ihre Gedanken fliegen. Hinauf zu den beiden strahlenden Himmelskörpern. Sie erinnert sich an einen Satz, den sie in einer Kloster-Auszeit gehört hatte:

„Wir schreiben an jedem Tag und mit jedem Gedanken Geschichte. Würde es uns gelingen, diese Gedanken auf Papier festzuhalten, könnten wir später unsere Zukunft besser verstehen.“ Silke Steigerwald

Joya zögert nicht lange.

Wahrscheinlich ahnst Du schon, was jetzt geschieht.

Genau: Ein paar Minuten später sitzt Joya mit einer duftenden Tasse Tee vor einem leeren Blatt Papier und beginnt zu schreiben. Sie verpackt ihre Gedanken in eine Geschichte. Dafür wählt sie eine Technik des achtsamen Schreibens die sie in der Kloster-Auszeit „Die Amazonen-Reise“ gelernt hat und notiert die Überschrift ihres „Drama-Märchens“. Und schon tanzen Joya´s Finger über das weiße Papier-Parkett:

Was der Mond von der Sonne nicht weiß

Liebevoll blickt die Göttin Ostara auf die Erdkugel. Sie legt ihre riesigen gelb- und orangeleuchtenden Arme sanft um die Erde und hüllt sie mit ihrer Wärme ein. Sie weiß:

In wenigen Tagen ist es wieder soweit: Tag und Nacht werden sich auf Augenhöhe begegnen und für einen Moment im Universum die gleiche Zeitrechnung haben. Der Frühling erlebt seine Wiedergeburt und Göttin Ostara wartet sehnsüchtig auf den Moment, der dem perfekten Gleichgewicht von Licht und Schatten, hell und dunkel, weiblich und männlich schon seit Urzeiten dient.

Für einen Moment unterbricht Joya ihren Schreib-Flow und entscheidet: „Diesen Moment will ich in diesem Jahr nicht verpassen!“

Sofort recherchiert sie sich die genaue Uhrzeit dieses magischen Moments. Schau hier findest Du die Tag und Nachtgleiche in Deiner Region – die exakte Uhrzeit für Deinen Wohnort.

Joya spürt, wie sich die Traurigkeit in ihrem Inneren langsam legt und ist bereit, den wilden Pferden der Freude ihre Aufmerksamkeit zu schenken. Prompt fühlt sie sich mit ihrer Weiblichkeit und Natürlichkeit verbunden. Vor ihrem inneren Auge kann sie wahrnehmen, wie sie ihre Hände und Füße in den lockeren weichen Waldboden gräbt, sich Blüten in ihr Haar steckt und auf einer Lichtung im Mondschein tanzt. „Mond, wenn Du wüsstest, was ich denke! Du kaltes Ungetüm, bald sind deine Tage gezählt!“
Erschreckt zuckt Joya zusammen.

Was, wenn die Tage des Mondes tatsächlich gezählt wären? Was wären wir ohne Mond?

Joya lauscht tief in sich hinein.
Würde uns dieser romantische Himmels-Begleiter nicht unsagbar fehlen? Er, der unsere lauen Nächte zu geheimnisvoll knisternden Momenten macht?
Es gäbe kein Mondwasser, das bei Vollmond seine ganze Kraft entfaltet und es gäbe kein Mondholz, das – kurz vor Neumond gefällt – viel elastischer ist. Wusstest Du, dass die Orgel der wundervollen Elbphilharmonie in Hamburg aus Mondholz gebaut wurde?
Um wie Vieles wäre unsere Welt ärmer, wenn wir den Mond nicht hätten. Wir hätten keinen Mondkalender, der uns daran erinnert, in welchen Zeiten wir am besten pflanzen und ernten könnten.
Könnten wir ohne den Mond jemals „Licht ins Dunkel“ bringen? Was wären wir ohne seine Anziehungskraft? Würden die Meere still stehen und wäre jegliche Begegnung und Liebe zwischen uns überhaupt noch möglich?
Um den Mond kreisen sich unendlich viele Mythen.
Joya erinnert sich:  Früher hat mich meine Mutter immer davor gewarnt, zu lange in den Mond zu schauen. Das würde mondsüchtig machen und zum Schlafwandeln verführen. Was hatte ich als Kind Angst, wenn der Mond in mein Zimmer schien!

Welche mystischen Mond-Geschichten kennst Du, liebe Lemondays-Leserin? Beeinflussen sie Dich auch? Schläfst Du bei Vollmond tatsächlich schlechter? Lässt Du Deine Haare vielleicht sogar nach dem Mondkalender schneiden?

Ich lebe bewusst mit den Mondzyklen und nutze ihre Energie. Ich terminiere, wann immer es irgendwie möglich ist, meine Kloster-Auszeiten in den passenden Mondzyklus. In all den Jahren als Trainerin habe ich festgestellt, dass das berühmte Loslassen viel leichter funktioniert, wenn ich das Thema in eine abnehmende Mondphase lege.

Brauchen meine Klienten Mut und Stärke, legen wir ihre Auszeit in eine zunehmende Mondphase. Suchen sie nach mehr Energie und Ideen für neue Projekte, nutzen wir die Kraft des Neumonds.

Warum sollten wir diese himmlischen Energien nicht für uns nutzen?

„Wenn Wissen und Gelassenheit sich gegenseitig ergänzen, entstehen Harmonie und Ordnung“ Zhuangzi

Doch jetzt lass uns schauen, wie weit Joya ist:

Soeben legt sie ihren Stift beiseite und fühlt sich zuerst vorsichtig in die Mondkraft hinein. Doch anstelle des zunächst vermuteten männlichen kühlen Widerstands spürt Joya eine helle verbindende Liebe. „Bist Du das, liebe Luna?“ hört sie sich leise flüstern. „Du bist mir gar nicht so fern, wie ich dachte!“
Vorsichtig löst sich Joya aus der Umarmung der Mondin und wendet sich der Sonne zu. Sofort durchflutet sie Wärme und Geborgenheit. Keine Spur von Traurigkeit und enttäuschter Wut. Mit fliegenden Fingern schreibt sie noch immer an ihrer Geschichte.
„Wir sind wie Sonne und Mond. Und doch nur scheinbar Lichtjahre voneinander entfernt. Denn in der Tiefe unseres Herzens gehören wir zusammen, wie das Licht und der Schatten.“

Joya streicht die Überschrift durch und schreibt:  Wenn der Mond die Sonne küsst.

Und jetzt taucht sie tief in die Umlaufbahn der Harmonie und Ordnung hinein.
Vielleicht sind unsere „Fernbeziehungen“ zu den Gestirnen viel enger als wir glauben. Vielleicht sind wir – mein Mann und ich – uns viel näher als ich glaube. Vielleicht sollte ich endlich verstehen, dass uns das Gegensätzliche viel mehr lehrt und verbindet, wenn wir die riesengroße unsichtbare Anziehungskraft dahinter nicht vergessen.“
Erleichtert atmet Joya durch und verzaubertes Lächeln huscht ihr übers Gesicht.

Apropos tief durchatmen: Im nächsten Blogartikel erzähle ich Dir etwas über Deine magische Verbindung zum Luft-Element. Und bis dahin wünsche ich Dir einen harmonischen März.

WEIL DU WICHTIG BIST!

Herzliche Grüße
Silke

Alle Aussagen und Empfehlungen in diesem Artikel sind sorgfältig recherchiert und für gesunde Frauen gedacht. Unsere Beiträge bieten jedoch keinen Ersatz für kompetenten medizinischen Rat und es wird keine Haftung übernommen. Auf jeden Fall solltest Du Dich in deinen Wechseljahren regelmäßig mit deinem Gynäkologen besprechen, gegebenenfalls auch mit Endokrinologen und Heilpraktiker.

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