Was Du gegen Scheidentrockenheit in den Wechseljahren tun kannst

Was Du gegen Scheidentrockenheit in den Wechseljahren tun kannst

In den Wechseljahren sind viele Frauen plötzlich mit Schmerzen beim Sex konfrontiert. Oder sie spüren ein Jucken und Brennen in der Vagina. Oft bleibt das ein Tabuthema, weil die Frauen weder mit dem Partner noch dem Frauenarzt/der Frauenärztin darüber sprechen.
Inhaltsverzeichnis

Wenn Sex in den Wechseljahren schmerzhaft wird oder die Vagina brennt und juckt

Dabei lassen sich diese Symptome recht einfach erklären und vor allem lindern, denn wenn Schmerzen oder Jucken und Brennen rund um die Menopause auftreten, ist das ganz oft ein Mangel an Feuchtigkeit in der Vagina.

Trockenheit in der Vagina: Was sind die Auslöser dafür?

Die Trockenheit in der Vagina wird durch die hormonellen Veränderungen in den Wechseljahren ausgelöst.

Wenn der Östrogen-Spiegel sinkt, wird die Haut in der Vagina dünner. Auch die Aktivität der Drüsen lässt nach. Diese Drüsen am Vagina-Eingang und in der Vagina sorgen beim Geschlechtsverkehr für ausreichend Feuchtigkeit.

Nimmt die Aktivität der Drüsen im Klimakterium ab, bleibt die Vagina trockener und kann zu Schmerzen beim Sex führen.

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Meine persönlichen Erfahrungen mit Scheidentrockenheit

Auch mich hat die Trockenheit in der Vagina „kalt“ erwischt, vor allem weil es ein schleichender Prozess war. Als ich meine Periode noch hatte, war das gar kein Thema bei mir.

Nun habe ich seit mehr als einem Jahr keine Periode mehr, In dieser Zeit fiel mir auf, dass es beim Sex mit meinem Liebsten immer öfter zwickte und zwackte und ich mich nach dem Geschlechtsakt meist wie wund fühlte.

Als das störende Gefühl und die Schmerzen beim Sex immer stärker wurden, habe ich einige Zeit geforscht und überlegt, was genau eigentlich anders ist und bin darauf gekommen, dass es viel länger dauert, bis meine Vagina bei Erregung feucht wird und dass insgesamt weniger Feuchtigkeit entsteht.

Dadurch, dass dies ein schleichender Prozess war, habe ich das zuerst gar nicht mit der Menopause in Verbindung gebracht.

Inzwischen weiß ich, dass Scheidentrockenheit vor allem ein Phänomen in der Phase der Wechseljahre ist, wenn Deine Periode immer seltener kommt oder ausbleibt, in der sogenannten Perimenopause.

Mehr zu diesem Thema? In diesem Artikel kannst Du alles über die einzelnen Phasen der Wechseljahre nachlesen: Wie lange dauern die Wechseljahre?

Ursachen und Hilfe bei Scheidentrockenheit

Im Internet habe ich dann viele Artikel zu Thema „Scheidentrockenheit“ gefunden und auch mit meiner Frauenärztin darüber gesprochen. Mir war es vor allem wichtig herauszufinden, was sich verändert hat und warum.

Ich war sehr froh zu hören, dass es sich um einen natürlichen Vorgang innerhalb der Hormonumstellung in den Wechseljahren handelt.

Typisch ist, dass die Schleimhaut in der Vagina nach der letzten Blutung über einen längeren Zeitraum dünner und dünner wird. Zusammen mit dem Weniger an Feuchtigkeit durch die verringerte Östrogenproduktion erklärte das mein Wundheitsgefühl nach dem Geschlechtsverkehr.

Mit dem Partner über die körperlichen Veränderungen sprechen

Mit diesen Informationen konnte ich mit meinem Partner darüber sprechen und ihm die Veränderungen in meinem Körper erklären.

„Mein Partner hatte sich ja auch schon Gedanken darüber gemacht, warum ich manchmal Schmerzen hatte beim Sex und war nun ebenfalls beruhigt, den Grund zu kennen.“ Ilona Tamas

Wir haben dann gemeinsam überlegt, wie wir Sexualität wieder für uns beide angenehm und lustvoll gestalten können. Die gute Nachricht für uns beide war: Wir brauchen unsere sexuellen Aktivitäten keineswegs einzuschränken, sondern nur an die neuen körperlichen Gegebenheiten anzupassen.

Wir machen gute Erfahrungen mit Gleitgel und gehen die Sache nun langsamer und behutsamer an. Wir nehmen uns mehr Zeit, achten auf die Signale meines Körpers und entwickeln uns immer mehr in Richtung „Slow Sex“.

7 Tipps, die einem Austrocknen der Vagina entgegenwirken

Scheidentrockenheit durch die hormonellen Veränderungen in den Wechseljahren sind kein Grund, den Sex einzuschränken oder gar aufzugeben. Neben den wichtigen Gesprächen mit Deinem Partner, gibt es auch einiges, was Du selbst tun kannst, um wieder mehr Feuchtigkeit in der Vagina zu haben.

Hier sind die besten Tipps gegen Scheidentrockenheit aus den Recherchen und meiner eigenen Erfahrung.

1. Übertreibe es nicht mit der Intimhygiene

Punkt 1: Die Vagina reinigt sich von selbst. Das heißt, Du brauchst sie nicht von innen zu reinigen.

Insbesondere Seife, Duftstoffe und Produkte mit reinigender Wirkung haben in der Vagina nichts verloren, weil sie das gesunde saure Scheidenklima (zer)stören.

Wenn Du allerdings unangenehme Gerüche oder Ausfluss bemerkst, können das Anzeichen einer Pilz- oder Bakterien-Infektion sein. Gehe damit zum Arzt und lasse Dich untersuchen.

Punkt 2: Bei Juckreiz oder wenn Du bemerkst, dass die Vagina trockener ist, als Du es kennst, lasse beim Waschen alle Seifenstoffe weg. Seifenstoffe sind in ALLEN Duschgels und Seifen enthalten.

Was viele Frauen nicht wissen: Lauwarmes Wasser ohne Zusätze genügt zum Reinigen Deiner Vulva (die Vulva ist das, was Du von außen siehst).

2. Verwöhne Deine Vulva mit einer Fettpflege

Gegen äußeren Juckreiz – also an der Vulva – kann eine Fettpflege mit Jojobawachs, fettem Sanddornfruchtfleischöl, Kokosöl oder Haselnussöl helfen.

Auch hier gilt: das Jojobawachs oder Öle nur außen anwenden und damit die trockenen und juckenden Stellen pflegen. Beispielsweise mit diesesm Jojobaöl von Primavera*.

3. Wenn die Vagina von innen trocken ist, braucht sie Feuchtigkeit

In der Apotheke gibt es spezielle Zäpfchen zum Einführen in die Vagina, wenn sie von innen trocken sein sollte, beispielsweise  mit Granatapfelkernöl. Auch Vaginalgels mit Hyaluronsäure und Hopfenextrakt werden angeboten.

Bei vielen Frauen haben sich im Wechsel zudem Scheidenzäpfchen und Cremes mit sehr niedrig dosiertem Estriol bewährt. Estriol ist ein natürliches Hormon aus der Gruppe der Östrogene. Es hat eine sehr schwache östrogener Wirkung, das dem dünner und trockener werden der Haut in der Vagina entgegenwirken kann.

4. Lasse Luft an Deine Vulva

Verzichte auf enge Jeans, Strumpfhosen und synthetische Unterwäsche. Sie begünstigen Juckreiz und Trockenheit in der Scheide, weil sich darunter die Wärme stauen kann.

Luftige Baumwollunterwäsche und lockere Kleidung sind immer die bessere Wahl.

5. Auch Tampons entziehen der Vagina Feuchtigkeit

Wenn Du Deine Menstruation hast, verzichte möglichst auf Tampons.

Binden, Menstruationsslips oder Menstruations-Tassen* sind gute Alternativen. Ich bin vor einigen Jahren vom Tampon auf eine Menstruationstasse aus Silikon gewechselt und habe sehr gute Erfahrungen damit gemacht.

6. Sei sexuell aktiv

Sexuelle Erregung aktiviert die Sekretproduktion der Vagina. Schalte Dein Kopfkino ein, streichle und verwöhne Dich selbst oder genieße ausgiebiges Küssen und Streicheleinheiten mit dem Partner – früher nannte man das Petting.

Du kannst regelmäßig sexuell aktiv und erregt sein auch ganz ohne Penetration und dann feststellen, dass auch dabei Deine Vagina feucht wird.

Mehr dazu? Für erotische Ideen und die Anregung der Phantasie zum Thema Liebe, Lust & Sex schau doch mal in diesen Artikel: Erfüllender Sex ab 40 – so holst Du ihn Dir (zurück)

7. Gleitgele und Cremes verbessern die Gleitfähigkeit während des Sex

Achte bei der Auswahl des Gleitgels* darauf, dass es keine Konservierungs- oder Duftstoffe enthält, denn diese können die Haut zusätzlich reizen. In der Apotheke gibt es auch spezielle Gleitmittel bei Scheidentrockenheit.

Die Wechseljahre – eine Chance für Deine Sexualität

Ich finde, dass die körperlichen Veränderungen in den Wechseljahren eine Chance sind, uns neu auf unsere Körper einzulassen und achtsamer mit uns zu werden.

In der Phase der Hormon-Umstellung finde ich diese Punkte besonders wichtig:

  • Achte auf die Veränderungen und Zeichen Deines Körpers
  • Schaue, welche Tipps passend sind für Dich und was Du mit einer veränderten Pflege oder Produkten gegen Juckreiz und Trockenheit erreichen kannst
  • Hole Dir professionellen Rat und sprich mit Deinem Frauenarzt/Deiner Frauenärztin über Veränderungen in der Vagina und mögliche Beschwerden beim Sex
  • Gehe in Deiner Partnerschaft offen damit um. Finde heraus, was Dir gefällt und wie Du Sexualität und körperliches Vergnügen weiterhin genießen kannst.

Auf Deine genussvolle Erotik auch in den Wechseljahren,

Herzlichst,

Deine Ilona

Alle Aussagen und Empfehlungen in diesem Artikel sind sorgfältig recherchiert und für gesunde Frauen gedacht. Unsere Beiträge bieten jedoch keinen Ersatz für kompetenten medizinischen Rat und es wird keine Haftung übernommen. Auf jeden Fall solltest Du Dich in deinen Wechseljahren regelmäßig mit deinem Gynäkologen besprechen, gegebenenfalls auch mit Endokrinologen und Heilpraktiker.

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