Endlich Ordnung im Ideen-Chaos: 4 Tipps für vielbegabte Scannerpersönlichkeiten

Endlich Ordnung im Ideen-Chaos: 4 Tipps für vielbegabte Scannerpersönlichkeiten

Renate sitzt am PC um ihren neuesten Blogartikel zur Stoffauswahl für Patchworkdecken zu schreiben. Die ersten Zeilen gehen gut von der Hand und Renate ist so richtig im Flow. Doch dann schweift ihr Blick für einen Moment ab. In der Ecke ihres kleinen Arbeitszimmers steht das Keyboard, welches schon lange darauf wartet, endlich mal wieder gespielt zu werden. Daneben stapeln sich Zeitschriften über Wohnmobil-Reisen (sie wollte doch mal einen Reiseblog mit den besten Stellplätzen für Skandinavien-Reisen anfangen), ein japanisches Kochbuch, ein Bildband über südafrikanische Kulturpflanzen und das Set mit den Mosaik-Glassteinen (der alte Gartentisch könnte wirklich mal einen neuen Look vertragen).
Inhaltsverzeichnis

Als Renate ihren Blick so schweifen lässt, fühlt sie ein schlechtes Gewissen aufkommen. Fast vorwurfsvoll scheinen sie ihre unfertigen Projekte anzuschauen und sie hört schon wieder die Stimme ihrer Mutter im Ohr: „Na, hast Du wieder mal nichts fertig bekommen. So wird nie etwas aus Dir und außerdem – damit kann man doch eh kein Geld verdienen“

Und dabei hat Renate doch noch so viele weitere Ideen in ihren Kopf. Spanisch lernen wollte sie, ihrem Hund diesen Trick mit der Pirouette beibringen und die Idee für das Kinderbuch, welches sie für ihre Tochter schreiben wollte, endlich mal zu Papier bringen. Doch vor lauter Ideen weiß Renate manchmal gar nicht mehr, wo ihr der Kopf steht.

24 Stunden sind nicht genug

„Ach wenn der Tag doch nur 48 Stunden hätte“ seufzt Renate. Und es ist ja nicht so, dass sie es nicht schon versucht hätte . . . Sie hat Bücher zum Thema Zeitmanagement und Prioritäten gelesen, hat einen Onlinekurs dazu gemacht und sogar mal eine extra Coaching-Stunde dazu gebucht. Aber am Ende lief es immer auf das Gleiche hinaus: „Du musst Dich entscheiden Renate, sonst wird das nichts“.

Doch allein bei dem Gedanken, eines ihrer Projekte aufzugeben, spürt Renate eine beklemmende Enge im Hals. Ihre Ideen sind ihr doch alle wichtig. Sie will keine davon völlig auf Eis legen, dafür liegen sie ihr zu sehr am Herzen. Aber es wäre doch schön, auch endlich mal etwas fertig zu bekommen, mit dem, was sie liebt, auch mal Geld zu verdienen und vor allem endlich wieder mehr innere Ruhe und Gelassenheit zu spüren. Und dann ist da auch diese Sehnsucht, endlich mal in irgendetwas Experte sein zu wollen – und gleichzeitig die Angst, dabei die eigene Vielseitigkeit zu verlieren.

Bist Du eine Scannerpersönlichkeit?

Erkennst Du Dich in Renate wieder? Dann gehörst Du vielleicht auch zu den vielbegabten Scannerpersönlichkeiten. Der Begriff Scannerpersönlichkeit wurde von der amerikanischen Autorin Barbara Sher geprägt. In ihrem Buch „Du musst Dich nicht entscheiden, wenn Du tausend Träume hast“ (auf Englisch: Refuse to choose) beschreibt sie diesen besonderen Persönlichkeitstyp. Scanner zeichnen sich vor allem durch die Vielzahl an Interessen und Talente, ein schnelles Lernen, aber auch der Schwierigkeit, sich auf ein bestimmtes Thema festzulegen, aus. Andere Begriffe für „Scannerpersönlichkeit“ sind auch „Mutitalent“, „vielbegabt“, „Tausendsassa“, „Hans Dampf in allen Gassen“ oder „Renaissance-Seele“.

Während in unserer heutigen Gesellschaft eher Wert auf Spezialistentum und klare Fokussierung gelegt wird, wurden in der Renaissance Menschen mit vielseitigen Talenten hoch angesehen und wertgeschätzt und die Beherrschung mehrerer Themen und Disziplinen wurde als erstrebenswertes Ideal angesehen. Ein gutes Exemplar für einen typischen Scanner ist zum Beispiel Leonardo da Vinci, der nicht nur gemalt hat, sondern sich auch mit Architektur, Botanik, dem Bau von Kriegsmaschinen, Anatomie und noch vielen weiteren Themen beschäftigt hat.

Hier kannst Du noch mehr zum Thema Scannerpersönlichkeit nachlesen

Es ist alles ok mit Dir

Viele Scanner, die sich so wie Renate mit einer Vielzahl von Ideen und Themen im Kopf herumschlagen, kommen sich dann oft falsch, unbeständig, unstrukturiert und unzuverlässig vor und haben das Gefühl, mit ihnen würde etwas nicht stimmen (alle anderen schaffen es ja anscheinend, sich auf eine Sache festzulegen). Dies geht nicht selten mit einem mangelnden Selbstwertgefühl und dem Gefühl, irgendwie nicht „richtig“ in dieser Welt zu sein, einher.

Dabei sind Scanner durchaus in der Lage, sich zu strukturieren und Dinge zu Ende zu bringen – wenn sie mit Strukturen arbeiten, die wirklich zu ihnen und ihrer vielseitigen Persönlichkeit passen. Es ist also nichts falsch mit Dir, wenn Du die Dinge auf eine andere Art und Weise angehst. Vielleicht bist Du einfach nur ein anderer Persönlichkeitstyp.

Endlich Ordnung im Ideen-Chaos

Die folgenden Tipps helfen Dir dabei, endlich Ordnung ins Ideenchaos zu bekommen und in die Umsetzung Deiner Projekte zu gehen – ohne Dich dabei in Deiner Vielseitigkeit einschränken zu müssen.

Tipp Nr. 1: Leg ein Projektbuch an

Ein Projektbuch ist eine Art Ideen-Sammelstelle. In ihm hältst Du ALLE Deine Ideen fest. Ein Projektbuch kann physisch (ich bevorzuge da große Skizzenbücher aus dem Künstlerbedarfs-Laden) oder auch digital (dafür liebe ich das Tool Evernote) angelegt werden.

Alleine durch das Aufschreiben und Festhalten Deiner Ideen sorgst Du für mehr Ordnung und Ruhe im Kopf. Gleichzeitig tust du damit noch etwas ganz Wichtiges: Du bringst Deinen Ideen (und damit auch Dir selbst) Wertschätzung und Respekt entgegen. Viel zu oft blocken wir kreative Ideen zu früh ab. Indem wir der Idee erlauben, auf dem Papier Platz zu nehmen und sich dort auszubreiten, geben wir ihr erst die Chance überhaupt wachsen zu können.

Wichtig dabei: Dein Projektbuch ist eine Ideen-Sammelstelle, KEINE To-Do-Liste. Nur weil Du eine Idee aufgeschrieben hast, heißt das nicht, dass Du sie auch umsetzen musst. Manche Ideen kommen auch einfach nur „zum Spielen“ vorbei, ihr habt eine Weile Spaß miteinander und dann zieht die Idee wieder ihres Weges – und das ist ok!

Hier habe ich eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie Du ein physisches Projektbuch anlegen kannst.

Ideenchaos

Tipp Nr.2 : Nimm den Druck raus

Mach Dich frei von dem inneren Druck, alles was Du einmal angefangen hast, auch bis zum bitteren Ende durchziehen zu müssen. Es ist ok, wenn Du mit einer Idee auch einfach mal so eine Weile Spaß hast, ohne dass ein fertiges Endergebnis dabei rauskommen muss. Mach Dich locker, erlaube Dir, auch Dinge mal unperfekt zu lassen und verliere vor allem nicht den Spaß an Deinem Tun.

Tipp Nr. 3: Nutze die 3x3x3 Methode, um wieder einen Überblick zu bekommen

Die 3x3x3 Methode ist eine wunderbare Methode, wenn Dir Deine To-Dos gerade gefühlt über den Kopf steigen und Du vor lauter Ideen gar nicht mehr weißt, wo Du überhaupt starten sollst.
Die Methode funktioniert wie folgt: 

Schritt 1

Wähle aus der Vielzahl Deiner Themenbereiche 3 Themen aus, auf die Du für die nächsten 3 Wochen Deine Aufmerksamkeit gezielt richten willst.
Beispiel:

  • Thema 1: Online-Business
  • Thema 2: Entspannungs-Ausbildung
  • Thema 3: Gesundheit

Schritt 2

Wähle zu jedem Thema drei konkrete Teilbausteine aus.
Beispiel:
Thema 1: Online-Business

  • Baustein 1: Website
  • Baustein 2: Marketing
  • Baustein 3: Verkaufen

Schritt 3

Wähle dann zu jedem der Bausteine 3 konkrete To-Dos aus, die für diesen Bereich jetzt als nächstes anstehen.
Beispiel:

Thema 1: Online-Business

Baustein 1: Website

  • To-Do 1: Über-Mich-Seite neu schreiben
  • To-Do 2: neuen Blogartikel verlinken
  • To-Do 3: neues Tool in die Datenschutzerklärung einfügen

Baustein 2: Marketing

  • To-Do 1: Social-Media-Posts für die nächste Woche vorplanen
  • To-Do 2: 30 Minuten gezielt auf Facebook Fragen zu meinem Thema beantworten
  • To-Do 3: Webinar zum Thema Facebook-Werbeanzeigen anschauen

Baustein 3: Verkaufen

  • To-Do 1: Kundenvereinbarung für Kunde x fertigmachen
  • To-Do 2: Rechnung an Kunde y rausschicken
  • To-Do 3: Bei Kunde z wegen Zahlung nachhaken

Schritt 4

Überprüfe nach 3 Wochen, ob die Themenbereiche und Bausteine immer noch aktuell sind. Wenn ja, lass sie hängen und passe nur die To-Dos an. Wenn nein, dann erlaube Dir, eines oder mehrere der Themen für die kommenden 3 Wochen auszutauschen. Verpflichte Dich Dir selbst gegenüber, während dieser 3 Wochen auch wirklich an DIESEN 3 Themen zu arbeiten (die anderen dürfen in der Zwischenzeit auf die Warteliste). Nach diesen 3 Wochen kannst Du dann wieder neu entscheiden.

Besonders gut lässt sich diese Methode übrigens mit PostIts an der Wand oder einem Whiteboard umsetzen. Aber auch das digitale Tool Trello bietet dafür gute Möglichkeiten. Hier kommst du zu Trello.

Und ja: natürlich hast Du noch mehr zu tun. Durch die Fokussierung auf die 3x3x3 (3 Themen, 3 Bausteine pro Thema, 3 To-Dos pro Baustein) verschaffst Du Dir jedoch einen Überblick darüber, was jetzt gerade wirklich wichtig ist und kannst so mehr Struktur in Deine gefühlt übervolle To-Do-Liste bringen.

Wenn Du eines der To-Dos abgearbeitet hast, kannst Du dieses Post-It vom Board entfernen und stattdessen ein Neues an die freigewordene Stelle hängen.

Extra-Tipp: Sammle die erledigten Post-Its in einem großen Glas und gönn Dir, wenn das Glas voll ist, eine Belohnung. Das hilft Dir, Deine Erfolge sichtbar zu machen und motiviert Dich gleichzeitig zum dranbleiben.

Tipp Nr. 4: Finde Deinen eigenen Rhythmus

Beobachte Dich eine Weile lang selbst. Wie viele Projekte bekommst Du wirklich gut gleichzeitig gehändelt? Wie lang sind Deine persönlichen Aufmerksamkeitsspannen? Brauchst Du nach 20 Minuten eine Pause oder nach 60? Oder liebst Du es auch mal bei einem Thema für mehrere Stunden ganz darin versinken zu können?
Probiere Zeitslots in unterschiedlichen Größen und Längen (das kann von 10 Minuten bis zu mehreren Stunden gehen) für Dich aus. Experimentiere damit. Habe dabei auch die verschiedenen Tageszeiten und Deinen persönlichen Biorhythmus im Blick.

Bist Du eher ein Morgenmensch, der es liebt, den Tag gleich direkt mit einer fokussierten Arbeitsphase zu starten? Oder bist Du (so wie ich) eher der Typ Nachteule, der morgens erstmal eine Weile braucht, um warm zu werden, dafür aber abends noch gut fokussiert arbeiten kann?

Mach Dich frei von dem wie Du glaubst, das Struktur funktionieren müsse und finde Deinen Weg und Deinen Rhythmus. Jede Struktur kann nur dann funktionieren, wenn Du sie auf Deine Bedürfnisse anpasst und sie zu Deiner eigenen machst.

Zusammenfassung:

  1. Zweifle nicht an Dir, wenn Du gefühlt vor 1000 Ideen nichts fertig bekommst. Vielleicht bist Du einfach nur eine Scannerpersönlichkeit, die andere Strukturen braucht als die „Spezialisten“
  2. Leg Dir ein Projektbuch an und sammle darin ALLE Deine Ideen
  3. Nimm den Druck raus. Ideen dürfen auch mal nur zum Spielen vorbeikommen
  4. Nutze die 3x3x3 Methode, um Struktur in Deine übervolle To-Do-Liste zu bringen
  5. Finde Deinen eigenen Rhythmus und erlaube Dir, in ihm zu arbeiten.

Viel Spaß beim Umsetzen und Entdecken wünsche ich Dir.
Deine Sandra

PS: Chefredakteurin Angela Löhr und ich haben in der LEMONDAYS Facebookgruppe über unsere kreativen Scannerleben und wie wir uns organisieren, geplaudert. Hier die Aufzeichnung unseres Talks für Dich:

Sandra Reekers
Sandra Reekers

Ich bin Sandra Reekers. Als Coach und Mentorin für Scannerpersönlichkeiten unterstütze ich vielbegabte Menschen dabei, sich nicht zwischen ihren vielen Ideen zu verzetteln, ihre Projekte endlich umzusetzen und sich ein (Online-)Business aufzubauen, das wirklich zu ihnen und ihrer vielseitigen Persönlichkeit passt. scanner-persoenlichkeit.de

Sandra Reekers
Sandra Reekers

Ich bin Sandra Reekers. Als Coach und Mentorin für Scannerpersönlichkeiten unterstütze ich vielbegabte Menschen dabei, sich nicht zwischen ihren vielen Ideen zu verzetteln, ihre Projekte endlich umzusetzen und sich ein (Online-)Business aufzubauen, das wirklich zu ihnen und ihrer vielseitigen Persönlichkeit passt. scanner-persoenlichkeit.de

Alle Aussagen und Empfehlungen in diesem Artikel sind sorgfältig recherchiert und für gesunde Frauen gedacht. Unsere Beiträge bieten jedoch keinen Ersatz für kompetenten medizinischen Rat und es wird keine Haftung übernommen. Auf jeden Fall solltest Du Dich in deinen Wechseljahren regelmäßig mit deinem Gynäkologen besprechen, gegebenenfalls auch mit Endokrinologen und Heilpraktiker.

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