Zuviel Hitze? Immer schön cool bleiben...

Zuviel Hitze? Immer schön cool bleiben…

6 Uhr morgens. Joya liegt auf ihrer Bettdecke und stöhnt. „Was für eine Nacht!“ Joya’s Lachfalten machen Frühgymnastik, als ihr plötzlich auffällt, wie zweideutig ihre Gedanken sind.

Dabei hatte sie keine wirklich heiße Nacht in der Form, dass zwei schwitzende Körper übereinander hergefallen sind. Im Gegenteil! Beinahe hätte sie mitten in der Nacht einen Streit mit ihrem Mann angezettelt, weil der sich geweigert hatte, den Decken-Ventilator auszumachen, dabei weiß er doch genau, dass das summende Geräusch sie mit ihrem ohnehin leichten Schlaf in den Wahnsinn treibt.

Jetzt in der frühen Morgenstunde tut die Luftbewegung jedoch gut. Joya räkelt sich noch eine Weile auf ihrem kühlen Bettlaken und geht in Gedanken ihre To-Do-Liste für den Tag durch. Obwohl sie heute frei hat, ist der Tag wieder komplett ausgefüllt.

Joya versucht, sich etwas zu entspannen. Sie hat noch ein paar Minuten Zeit, bis der Wecker klingelt und döst genüsslich vor sich hin.

6:30 Uhr. Der Wecker reißt Joya aus ihren Gedanken. War sie tatsächlich noch einmal eingeschlafen? „Kein Wunder, dass ich hundemüde bin!“ denkt Joya, als sie ins Badezimmer schlüpft. „Diese Hitze bringt mich noch um!“ Missmutig steigt sie unter die Dusche. „Lauwarmes Wasser!“ ermahnt sie sich selbst, obwohl sie am liebsten eiskaltes Wasser über ihren erhitzten Körper laufen lassen würde. „Kaltes Wasser lässt Dich doch noch mehr schwitzen!“

7 Uhr. Joya betrachtet ihre nassen Haare im Spiegel. „Ich mag nicht mal an einen Föhn denken!“ brummelt sie vor sich hin und bindet ihre nassen Haare zu einem Dutt zusammen. In einer Stunde muss sie sowieso beim Friseur sein. Soll er sich doch darum kümmern.

Kennst Du auch solche Tage, an denen Du morgens wie gerädert aufstehst, weil Du die ganze Nacht schlecht geschlafen hast?

Schnell noch ein großes Glas Wasser mit frischer Zitrone getrunken und dann aber los.

8 Uhr. Joya holt den Wagen aus der Garage und fährt in die Innenstadt. Sie findet direkt vor dem Friseur einen Parkplatz und erinnert sich an einen Satz, den sie in einer Kloster-Auszeit gelernt hat:

„Erlaube Deinen Nachtgespenstern nicht, Dir auch noch den Tag zu verderben!“ Silke Steigerwald

Joya’s Laune bessert sich zusehends, als sie an diese Tage im Kloster denkt. Lächelnd betritt den klimatisierten Friseur-Salon.

10 Uhr. „Bella ragazza, Sie sehen großartig aus!“ säuselt ihr Figaro seine Arbeit bewundernd und zupft an den imaginären einzelnen Härchen. „Die neuen Strähnen machen Sie 15 Jahre jünger!“ Für einen Moment überlegt Joya, ob sie diesen Satz als Kompliment auffassen soll, entscheidet sich spontan, sich einfach zu freuen. Die neue Farbe ist wirklich gelungen.

An der Kasse zuckt sie kurz zusammen. Die Preise scheinen sich dem Sommer-Barometer angepasst zu haben. „Was soll’s.“ denkt Joya, holt sich den obligatorischen Handkuss ab und verlässt beschwingt den klimatisierten Salon. Sie erledigt schnell noch ein paar Einkäufe, bevor sie sich stöhnend im Eiscafé an der Ecke einen Schattenplatz sucht.

12 Uhr. Pünktlich wie immer betritt ihre Freundin Louisa die Café-Terrasse und schaut sich suchend um. Für einen kleinen Moment beneidet Joya ihre Freundin um ihre schlanke Figur. „Wenn ich ein paar Kilo weniger hätte, könnte ich auch kurze Hosen und Träger-Top tragen!“

„Boah, ist dir nicht warm in Deiner Bluse und der langen Hose?“ Ihre Freundin lässt sich in den Stuhl neben Joya fallen. Dass dieser Satz Joya noch mehr Schweißperlen auf die Stirn treibt, hat Louisa nicht bemerkt. Doch nur wenige Minuten später genießen die beiden Frauen fröhlich plaudernd ihren Eiskaffee.

15 Uhr. „Jetzt muss ich aber wirklich los!“ unterbricht Joya den gemütlichen Plausch. „Ich muss noch die Leinenhose aus der Reinigung holen!“ „Na dann, Leinen los!“ lacht Rosalie und wünscht Joya viel Spaß beim Geschäftsessen heute Abend!“

16 Uhr. Als Joya in ihr Auto steigt, fällt sie fast in Ohnmacht. Eine Sauna ist ein Eistempel gegen diese Hitze im Auto. Wäre sie doch nur ins Parkhaus gefahren. Joya stellt die Klimaanlage auf Hochtouren und wirft einen kurzen Blick in den Rückspiegel. Ihr Makeup sieht mittlerweile aus wie eine Landkarte. Der exakte feine Lidstrich ist zum reinsten Donnerbalken mutiert. Und ihre Haare sehen nicht mehr aus wie frisch gesträhnt, sondern kleben wie Schnittlauch-Strähnen links und rechts am Kopf. Joya ist fix und fertig.

„Jetzt hilft nur noch eine Komplett-Renovierung!“ denkt Joya und hüpft ins Bad. „Wie soll ich nur diesen Abend überstehen?“ Unter der Dusche erinnert sich Joya an ein paar Beauty-Tipps für den Sommer, die sie bei Style-Expertin Bettina Hertzler gelesen hat.

18 Uhr. Joya traut ihren Augen nicht. Ihr Mann sitzt auf dem Sofa und schaut in die Glotze. Das allein wäre nicht weiter erstaunlich, aber als sie sieht, was er anschaut, bricht sie in tosendes Gelächter aus. „Das nenne ich die richtige Abkühlung bei dieser Hitze!“ Im Fernsehen läuft eine Dokumentation über ein Schlittenhunde-Rennen in den verschneiten Wäldern von Alaska!

Während ihr Mann sich nur schwerfällig von seiner Abkühlung lösen kann und unter der Dusche verschwindet, zieht sich Joya an.

Sie wählt für heute Abend eine elegante schwarze Leinenhose und eine luftige bunte Bluse. Auf ein kompaktes Makeup verzichtet sie besser und wählt stattdessen einen leichten Puder, den sie vorher sorgfältig auch über Augen und Lippen aufträgt.

Sie steckt sich ein kühlendes Wasserspray in die Handtasche, mit dem sie sich unauffällig auf der Toilette ihre Beine und Arme und den Nacken kurz erfrischen kann. Ihre Haare bindet sie mit einem edlen Haargummi (wieder) zum Dutt und denkt sich schelmisch lachend an einen Spruch ihrer Antistresstrainerin Silke: „Lieber die Haare zum Dutt aufknüpfen, als in der Toilette ins Wasser hüpfen“

19 Uhr. Joya’s Mann hupt ungeduldig vor dem Haus. Obwohl die Sonne ziemlich tief steht, verzichtet Joya auf ihre Sonnenbrille. Nichts ist unangenehmer, als eine verschwitzte angelaufene Brille.

20 Uhr. Joya entscheidet sich für eine kalte Gazpacho und ein leichtes Fischgericht und verzichtet auf Beilagen und Alkohol an diesem Abend. Zum Dessert gibt es eiskalte Melonenschnitze. Ganz im Sinne ihres geliebten Happy Soul Food, herrlich. Zwischendurch verschwindet sie auf der Toilette und pudert sich die Nase und kühlt ihre mittlerweile etwas angeschwollenen Beine.

23 Uhr. Der Abend verläuft harmonisch. Glücklich und zufrieden steigen Joya und ihr Mann ins Auto und fahren nach Hause. Voller Vorfreude springt Joya heute zum dritten Mal unter die Dusche. Und dieses Mal gönnt sie sich den eiskalten Wasserstrahl. Ihr Mann sitzt entspannt auf der Terrasse. Sie trinken noch ein Glas kalten Weißwein und eine große Karaffe Wasser.

1 Uhr. „Ich bin hundemüde!“ gähnend pustet Joya die Kerzen aus, grinst ihren Mann an und sagt: „Heute kommt die Geheim-Waffe von Silke zum Einsatz!“ Lachend beobachtet Joya’s Mann, wie Joya zwei Wärmflaschen mit eiskaltem Wasser befüllt und diese unter die Bettlaken legt. „Was für ein Tag!“ murmelt Joya und ihre Lachfältchen machen noch eine kurze Abend-Gymnastik.

Immer schön cool bleiben ist manchmal gar nicht so einfach. Aber wer kam denn auf die Idee, dass es tatsächlich immer einfach sein muss?

Mir gefällt der Gedanke, es mir selbst einfacher zu machen, viel besser.

In jedem Moment meines Lebens kann ich mich beschweren, ich MUSS es aber nicht. Ich kann Situationen als schwer, lästig, unerträglich und unperfekt empfinden. Ich MUSS es aber nicht. Der nächste Winter kommt bestimmt. Der nächste Sommer hoffentlich auch.

Das Wichtigste ist doch, dass wir all das erleben DÜRFEN.

Heiße Grüße,

Deine Silke

Beitragsbilder: depositphotos.com @ luminastock

Alle Aussagen und Empfehlungen in diesem Artikel sind sorgfältig recherchiert und für gesunde Frauen gedacht. Unsere Beiträge bieten jedoch keinen Ersatz für kompetenten medizinischen Rat und es wird keine Haftung übernommen. Auf jeden Fall solltest Du Dich in deinen Wechseljahren regelmäßig mit deinem Gynäkologen besprechen, gegebenenfalls auch mit Endokrinologen und Heilpraktiker.

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