Wenn die Nacht um Drei zu Ende ist. Schick Deine Lemonnights in die Wüste!

Wenn die Nacht um Drei zu Ende ist. Schick Deine Lemonnights in die Wüste!

2:46 Uhr. Wach. Schlafshirt klebt am Körper. Will schlafen. 2:57 Uhr Beine kribbeln. Kopf schaltet sich ein. Schlafen. Bitte. 3:15 Uhr. Zu viel Wirrwarr im Hirn. Ich schleich mich aus dem Bett. Wenn Du solche Nächte kennst, weißt Du auch, wie sich die Tage danach anfühlen. Du quälst Dich von Stunde zu Stunde. Kämpfst Dich durch Job und Haushalt. Und versuchst, die Kommunikation mit Deiner Familie und Deinen Kollegen irgendwie zu meistern. Konzentration im Meeting? Fehlanzeige. Power zum Sport? Tendiert gegen Null. Lust auf ein Date? Heute wohl eher nicht. Die Nachtruhe ist wichtig für Deinen Körper. Und keineswegs verschwendete Zeit.

Schlafstörungen in den Wechseljahren

In Deinen wilden Jahren hast Du das vielleicht anders gesehen, aber heute weißt Du es besser: Dein Körper braucht äußerliche Ruhe, um innerlich arbeiten zu können.

Und er hat nachts richtig viel zu tun: Er verdaut Dein Essen, bringt die Nährstoffe in Deinen Blutkreislauf, repariert kaputte Zellen und sortiert die Giftstoffe aus, so dass Du Dich derer am nächsten Tag entledigen kannst…

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Wenn Dein Körper dazu nicht genug Zeit, Ruhe und Kraft bekommt, deponiert er diese Giftstoffe am liebsten in Deinen Gelenken und im Bindegewebe. Genau da fängt es irgendwann an zu pieksen und zu schmerzen. Arthrose oder Rheuma wird Dein Arzt Dir dann sagen…

Guter Schlaf ist gerade in den Wechseljahren extrem wichtig.

Hast Du schon mal bewusst wahrgenommen, was passiert, wenn Du über längere Zeit zu wenig Schlaf bekommst? Körperlich gesehen lassen Kraft und Ausdauer recht schnell nach. Die Erholungsphase für die Muskeln fehlt einfach.

In den Wechseljahren zählen Schlafstörungen neben Hitzewallungen zu den meistgenannten Beschwerden. Deshalb ist es umso wichtiger, dass Du sofort gegensteuerst, falls sich Einschlaf- oder Durchschlafprobleme bemerkbar machen sollten.

Bei mir zehrt Schlafmangel extrem an den Nerven. Ich bekomme schlechte Laune, werde pampig und reagiere schnell mal über. Artikulieren kann ich mich auch manchmal nicht mehr so gut. Und das Schreiben muss ich in dieser Zeit tatsächlich manchmal einschränken.

Die besten Tipps gegen Einschlaf- oder Durchschlafprobleme

Deshalb habe ich mich intensiv mit dem Thema Schlaf auseinandergesetzt und zusammengestellt, was Du gegen Einschlaf- oder Durchschlafprobleme – besonders in den Wechseljahren – tun kannst.

Wie Dein Schlaf wieder erholsam wird und Du Dich auch tagsüber besser fühlst.

Schlafmediziner haben herausgefunden, dass die Basis für erholsamen, guten Schlaf die richtige Schlafhygiene ist. Wenn Du die folgenden Regeln beherzigst, kannst Du nervige Lemonnights ab sofort vergessen:

  1. Gib Deinem Biorhythmus eine Chance!
    Rhythmus heißt Regelmäßigkeit. Ob der frühe Vogel bei Dir den Wurm fängt, oder die Nachteule schneller ist – entscheide Dich! Steh möglichst immer um die gleiche Zeit auf. Am Wochenende: maximal eine Stunde später.
  2. Je länger, desto besser?
    Nein, definitiv nicht. Die benötigte Schlafdauer ist sehr unterschiedlich. Sie sollte nur nicht stark schwanken. Spätestens nach neun Stunden solltest Du Deinen Luxuskörper aus dem Bett schwingen. Für Kreislauf und Biorhythmus.
  3. Besser Nickerchen als Mittagsschlaf.
    Wenn Du mittags eine Ruhephase brauchst, mach nur ein kurzes Power Napping. Ein Nickerchen von 15 bis maximal 30 Minuten. Das macht gute Laune und gibt Dir Kraft für den Rest des Tages. Ohne den Nachtschlaf zu irritieren!
  4. Keine Wachmacher nach 15 Uhr.
    Verzichte möglichst auf koffeinhaltige Getränke und auf Zucker. Spätestens nach 15 Uhr sollten wirklich alle Aufputscher tabu sein. Alkohol beeinträchtigt übrigens auch die Schlafqualität, besonders in der zweiten Nachthälfte. Trink das letzte Glas Wein am Abend am besten zwei Stunden, bevor Du ins Bett gehst.
  5. Ein Schlafzimmer ist zum Schlafen da.
    Nicht nur, schon klar. Aber Du weißt, was ich meine. Es ist optimalerweise  recht minimalistisch eingerichtet, ohne viel Ablenkungs-Schnickschnack und laut Feng Shui eher in kalten Farben gestrichen. Je dunkler und ruhiger es nachts ist, desto besser kann Dein Gehirn auf Nachtmodus umschalten.
  6. Blaues Licht macht wach!
    Die LED´s , mit denen Laptop, Handy, Tablet & Co. ihre Bildschirme zum Leuchten bringen, senden unserem Körper leider keine Einschlafsignale. Die blauen Wellenlängen hemmen die Produktion von Melatonin, unserem Schlafhormon und halten uns somit wach. Also am besten Schlafzimmerverbot für alle Displays.
  7. Das Ich-geh-ins-Bett-Ritual
    Lass den Tag wirklich ausklingen: Lass Arbeit, Sorgen und Grübeleien los. Mit  einem Tagebuch oder beim Abendspaziergang. Lüfte das Schlafzimmer, nimm Dir Zeit für die Abendtoilette, verwöhne Deine Haut. Tu alles, was Du für ein wohliges Körpergefühl und einen entspannten Kopf brauchst. Mach daraus ein festes Ritual. So stellt sich Dein Körper auf eine gute Nacht ein.

Das sind die Basics der Schlafhygiene. Sie unterstützen Deinen Körper, sich auf die Nacht vorzubereiten und in den Schlafmodus umzuschalten. Und erhöhen Deine Chance, entspannt durchzuschlafen.

Wie Du eingangs gelesen hast, gibt es bei mir trotzdem ab und an Lemonnights. Weil Vollmond oder Neumond ist, weil mich irgendetwas auch noch tief in der Nacht beschäftigt oder mir – ganz wechseljahrestypisch – die Hormone geballte Schwitzattacken schicken.

Was ich dann mache? Ich ärgere mich nicht mehr darüber. Meistens gelingt mir das auch 🙂

Mein persönliches Lemonnights-Soforthilfepaket:

  • Raus aus dem Bett (um den Partner nicht zu stören, sonst würde ich dort bleiben) und mit einem Buch auf der Couch bequem machen. Sachbuch oder Belletristik, nur keinen Thriller. Und dann: Lesen, bis es nicht mehr geht…
  • Möglichst kein helles Licht, um nicht ganz wach zu werden und die Chance auf späteres Wiedereinschlafen zu behalten.
  • Am besten gar nicht erst auf die Uhr schauen. Du steigerst Dich sonst noch schneller in Deine Wut hinein. Weiß ich aus Erfahrung. (Schreib mir bitte, wie Du das schaffst!)
  • Chillige, leise Musik hören. Naturgeräusche wie Wellenrauschen oder Regen sind auch super entspannend.
  • Bloß nichts essen! Der Körper gewöhnt sich in kürzester Zeit an eine nächtliche Mahlzeit und wird Dich dann regelmäßig wecken.
  • Atemübungen: Augen schließen, auf den Atem konzentrieren und zählen. Einatmen und ausatmen. Wenn Du abschweifst, fang wieder von vorn an. Meditieren geht übrigens auch.
  • Manchmal schreibe ich Tagebuch oder To-Do-Liste. Um meine Gedanken loszulassen.

Was machst Du, wenn Du nachts wach liegst und nicht in den Schlaf zurückfindest? Schreibst Du uns einen Kommentar dazu?

Herzlichst, Deine Gela

PS: Wenn Du lesen möchtest, welche Hormone für einen erholsamen Schlaf zuständig sind und wie sie am besten miteinander harmonieren, empfehle ich Dir diesen Artikel.

Alle Aussagen und Empfehlungen in diesem Artikel sind sorgfältig recherchiert und für gesunde Frauen gedacht. Unsere Beiträge bieten jedoch keinen Ersatz für kompetenten medizinischen Rat und es wird keine Haftung übernommen. Auf jeden Fall solltest Du Dich in deinen Wechseljahren regelmäßig mit deinem Gynäkologen besprechen, gegebenenfalls auch mit Endokrinologen und Heilpraktiker.

8 Gedanken zu „Wenn die Nacht um Drei zu Ende ist. Schick Deine Lemonnights in die Wüste!“

  1. Ich arbeite dann einfach, wenn ich nachts nicht mehr schlafen kann …. und nehme die ganze Unruhe mit, die eventuell in mir ist. Meistens ist sie nicht mehr da, sobald ich sie akzeptiert habe. 😉

    Mein Tipp: Einfach den Rhythmus leben, den der Körper grade braucht.

    Herzensgruß
    Sabine

    Antworten
    • Liebe Sabine,

      danke für Deinen Tipp!

      Ich finde es ganz wunderbar, (wieder) zu lernen, was mein Körper wirklich braucht. Für die Ruhephasen genauso wie beispielsweise beim Essen. Wir haben viel Weisheit in uns!

      Herzlichst, Gela

      Antworten
  2. Liebe Gela,

    danke für diese wunderbare Zusammenstellung ! das mit der Uhr … löse ich z.T. ganz einfach dadurch, dass ich keine Brille aufsetze. Dann kann ich zwar noch lesen – aber die Uhr erkenne ich nicht mehr 🙂
    Das mit dem „Aufschreiben“ ist für mich das wichtigste Hilfsmittel … egal wie krakelig die Schrift auch wird, wenn ich müde, frustriert und kurzsichtig da irgendwas kritzele, Hauptsache, ich habs aus dem Kopf raus! Und weiß dann zumindest: ich werde es nicht vergessen …
    Liebe Grüße, Frauke

    Antworten
    • Liebe Frauke,
      dann hat sich das mit dem „Auf-die-Uhr-schauen“ bei mir auch bald von allein erledigt, *lach* Danke.
      Ich hab nachts oft auch richtig gute Ideen. Wenn ich sie nicht aufschreibe, sind sie morgens verschwunden.
      Alles Liebe, Gela

      Antworten
  3. Danke für die Ehrlichkeit, dass es manchmal einfach zum Verzweifeln ist, nicht schlafen zu können. Man kann nicht alles schön reden und schlafen ist soooo wichtig. Ich schreibe auch Tsgebuch, machen Atemübungen und trotzdem ist mir am Morgen manchmal einfach zum Heulen!

    Antworten
    • Liebe Syverl,
      das kenn ich gut. Schlafmangel ist auf Dauer zermürbend, aber lass uns nicht aufgeben! Es geht vielen Frauen so und wir können uns gegenseitig aufmuntern und Mut machen. Irgendwann wird es ja auch besser.
      Danke für Deinen Kommentar!
      Alles Gute, Gela

      Antworten
  4. Das „Nicht-auf-die-Uhr-schauen“ ist ganz einfach gelöst bei mir: es gibt einfach keine Uhr am Bett! Und alle Viertelstunde oder so aufs Klo zu rennen, wo der Wecker steht, ist mir dann doch zu blöd! Wenn ich länger als 1 Stunde wach lieg, steh ich auch meistens auf zum Lesen. Wenn ich öfter hintereinander nachts wach bin, nehm ich mir vor, beim nächsten Mal aufzustehen und zu bügeln – hat noch immer gewirkt: dann kann ich schlafen!

    Antworten
    • Liebe Regina,
      Herzensdank für Deinen frischen Kommentar! Auf den Bügelgedanken bin ich noch nicht gekommen. Werde ich definitiv ausprobieren!
      Liebe Grüße, Gela

      Antworten

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