Vergiss mein nicht oder die Geschichte der verlorenen Träume

Vergiss mein nicht oder die Geschichte der verlorenen Träume

Joya legt ihr Handy zur Seite. Ihre Stirn zeigt nachdenkliche Kräuselfalten. Sie atmet tief durch.

Früher hätte sie nur den Kopf geschüttelt und wäre zur Tagesordnung übergegangen. Aber inzwischen hat Joya gelernt, bei sich zu bleiben und unangenehme Gefühle nicht mehr durch übertriebenen Aktionismus zu kompensieren. Fensterputzen beispielsweise.

Nach diesem Telefonat hätte sie allerdings am liebsten Großputz gemacht, Nur, um das flaue Gefühl irgendwie abzuschütteln.

  • Was machst Du, wenn Du gegen eine Gefühls-Wallung ankämpfen willst?
  • Kannst Du Deinen negativen Gefühlen Raum geben?
  • Oder verdrängst Du sie eher durch Ablenk-Mechanismen?

Ein Zwei-Stunden-Telefonat mit ihrer Freundin ist wie ein Sprung in eine andere Zeit. Normalerweise. Heute allerdings fühlte es sich eher wie eine schweißtreibende Bergtour an.

Cora, die Powerfrau. Joya und sie kennen sich schon seit der Studienzeit. Mittlerweile wohnen sie mehr als 800 Kilometer voneinander entfernt. Doch ihre Telefonate fühlen sich noch immer an, als säßen sie sich in der Uni-Mensa bei Tee und selbst gebackenen Keksen gegenüber.

  • Hast Du auch so wundervolle langjährige Freundschaften, die Du schon über Jahrzehnte pflegst?

Joya´s Blick fällt auf die Vergissmeinnicht-Blüten auf der Postkarte, die an ihrer Büro-Wand hängt.

„Vergiss mich nicht, Joya!“ hatte ihre Freundin gesagt.

Joya’s heile Welt hat heute einen tiefen Knacks bekommen. Sie hat zum ersten Mal erkannt, dass die Welt ihrer Freundin bei weitem nicht so heil ist, wie sie immer dachte.

Dabei hatte das Telefonat ganz fröhlich angefangen. Sie hatten sich ganz munter erzählt, was in den letzten Wochen und Monaten so los war. Und das war wie immer viel im turbulenten Leben von Powerfrau Cora.

Als Joya Cora fragte, auch sie auch ab und zu noch Zeit für sich selbst finden würde, mischte sich ein verbitterter Unterton in das fröhliche Plaudern.

Zeit für mich? Nein, die habe ich nicht mehr!“

Wenn Stimmen Farben hätten, wäre spätestens jetzt das bis dahin kraftvolle Pink-Geplauder durch ein tiefes Regengrau übermalt worden. Joya ließ nicht locker.

Sag liebe Cora, malst Du denn wenigstens noch?“

Sie hörte, wie Cora tief an ihrer Zigarette zog.

Nein, Joya, dafür habe ich schon lange keine Zeit mehr!“

Aber Du bist doch so unglaublich kreativ, ich hätte schwören können, dass Du mit Deiner Malerei noch berühmt wirst!“,

rief Joya aufmunternd, weil sie in die graue Stimme ihrer Freundin unbedingt ein paar pinkfarbene Gesprächs-Tupfen mischen wollte. Doch Cora’s Sätze malten noch dunklere Gewitterwolken in Joya’s Ohr.

Ich habe keine Energie mehr zum Malen. Manchmal wünsche ich mir, einfach alles liegen und stehen zu lassen, um endlich mal wieder Zeit für mich zu haben!

Joya versuchte nochmal krampfhaft, das tiefgraue Gespräch durch eine muntere quietschgelbe Euphorie umzufärben und fragte nach Cora’s geliebter Hütte in den Bergen.

Lass uns doch wieder gemeinsam wandern gehen!“

Meine Berghütte?“

Cora’s Aufschrei fühlte sich an, als wäre ein Wasserglas über die Leinwand gefallen.

„Meine Berghütte? Die hat mein Mann vor ein paar Wochen verkauft, weil er Geld für die Firma brauchte.“

Joya stockte der Atem.

Aber Deine Hütte war Dir doch heilig!“ Und liebevoll fügte sie hinzu „Und Du Cora, Du bist doch auch wichtig!“

Cora’s Antwort donnerte wie ein Gewitter durch die Leitung.

Ich? Ich bin wichtig? Wer bitte bin ich schon? Ich bin schon lange nicht mehr wichtig!“   

Und dann bricht es aus ihr heraus: Cora erzählt von ihren Schwiegereltern, die nun im Haus wohnen und um die sie sich kümmern muss. Sie beschreibt ihren Spagat, wenn sie ihre Mutter nach einem Schlaganfall im Heim besuchen und gleichzeitig im Betrieb ihre Arbeit bewältigen soll.

Sie beginnt zu schluchzen, als sie über ihr schlechtes Gewissen und das Unverständnis ihrer Familie spricht, wenn sie die Fotos ihrer geliebten Berghütte hervorholt und ihnen erklären will, warum sie an genau dieser „alten modrigen Hütte“ immer noch nachtrauert.

Irgendwann klingelt im Hintergrund ein anderes Telefon.

Ich muss jetzt auflegen!“

haucht Cora und fügt leise hinzu:

„Vergiss mein nicht liebe Joya, auch wenn ich keine Zeit für dich habe. Ich habe ja nicht mal Zeit für mich!“

Joya schenkt sich nochmal warmen Tee nach und versinkt in Erinnerungen. Früher hatte Cora von einem kleinen Pfarr-Haus geträumt. Mit einem großen Garten voller bunter Wildblumen. Wenn Cora jetzt über ihr großes Architektenhaus und ihren gestylten Garten spricht, ist nur noch Anstrengung und Mühe zu spüren.

Wie stolz war Cora damals, als ihr Mann das Geschäft seines Vaters übernahm und sie nun endlich Geschäftsfrau werden würde. Sie träumte von spannenden Businessreisen in die großen Metropolen. Wenn Cora jetzt von ihren Reisen erzählt, erzählt sie über nichtssagende Gespräche am Frühstückstisch. Und über unausgesprochene Probleme.

Was war bloß aus all ihren Träumen geworden?

Joya schlägt mit der flachen Hand auf den Schreibtisch. „Verdammt noch mal!“ schimpft sie ärgerlich. Früher war es Cora, die MIR Mut zusprach, wenn ich von meinen Träumen und Zielen sprach. Sie war es, die mich funkensprühend anfeuerte, endlich mein Ding zu machen.

Früher war es Cora, die mitten in der Nacht aufstand, um ein Bild zu malen. Wie oft hatte sie lachend zu Joya gesagt: „Für Kreativität musst Du Dir Zeit nehmen! Sie ist die Quelle des Lebens!“

  • Was spürst Du, wenn Du heute an Deine Träume und Ziele und Wünsche von früher denkst?
  • Wie viele davon hast Du in Dein Leben geholt? Und wie viele verstauben in Deiner Erinnerungs-Bibliothek?
  • An wie vielen Fassaden hältst Du krampfhaft fest, statt einfach Du selbst zu sein?

Als mich Joya heute anrief und mir diese Geschichte erzählte, war auch ich sehr berührt. Immer wenn ich heute solche Geschichten höre, bin ich unendlich dankbar für mein Leben.

Weil ich MEINE in mir leuchtende farbige Lebens-Stimme nie überhört habe. Weil ich immer wieder zurück an meine kraftvoll sprudelnde Quelle zurückgefunden habe.

In meinen mittlerweile 20 Jahren Trainertätigkeit habe ich mit und für „meine“ Frauen unzählige Träume aus dem Nirwana des Alltags ins Leben zurückgeholt. Sie sichtbar und erlebbar gemacht.

  • Lass‘ auch Du Deine Wünsche und Träume und Talente nicht mehr vom Alltag ersticken!  Im Gegenteil! Hauche ihnen neues Leben ein!
  • Lass‘ Deine Sehnsüchte niemals unangetastet in den hintersten Gedanken-Schubladen verstauben. Im Gegenteil! Male sie in bunteste Farben und tanze dazu.
  • Glaub‘ niemals, dass Du Dich nicht wichtig nehmen darfst!
  • Glaub´ niemals, dass Du Dein Leben nicht verändern kannst!
  • Hole Dir Deine Wünsche, Träume und Talente ins Leben zurück.
  • Finde Dich selbst wieder und lebe, was Dich wirklich lebendig macht.
  • Überhöre Deine innere Stimme nicht mehr und zeige Dich in bunten Farben.

Im nächsten Artikel plaudere ich ein bisschen aus dem Nähkästchen oder besser gesagt: Ich verrate Dir meine besten Übungen, um sich verlorene Träume wieder zurück ins eigene Leben zu holen.

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WEIL DU WICHTIG BIST!

Herzlichst,

Deine Silke

PS: Als mich Joya heute bat, ihr für ihre Freundin Cora einen Gutschein für eine meiner Kloster-Auszeiten zu senden, sagte sie: Aber bitte Silke, nimm dafür Deine schöne Karte, die mit den Vergiss-mein-nicht-Blüten. Und wenn Du wissen möchtest, welche Kloster-Auszeiten in nächster Zeit angeboten werden, klick einfach auf das Banner:

Auszeiten für Frauen - Klosterauszeit

Alle Aussagen und Empfehlungen in diesem Artikel sind sorgfältig recherchiert und für gesunde Frauen gedacht. Unsere Beiträge bieten jedoch keinen Ersatz für kompetenten medizinischen Rat und es wird keine Haftung übernommen. Auf jeden Fall solltest Du Dich in deinen Wechseljahren regelmäßig mit deinem Gynäkologen besprechen, gegebenenfalls auch mit Endokrinologen und Heilpraktiker.

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