Archetypen: Wie laut ist Deine innere Kritikerin?

Archetypen: Wie laut ist Deine innere Kritikerin?

Joya nagt unzufrieden auf ihrer Unterlippe. Zaghaft tippt sie eine Whatsapp-Nachricht, als würde sie Morse-Zeichen senden. Kritisch beäugt sie nochmal den Text und überlegt: „Hm das liest sich aber streng!“ Sie löscht die Nachricht und versucht es noch einmal: „Oh Mann, jetzt klingt es viel zu sehr nach einer Entschuldigung!“ Joya stöhnt. „Warum kann ich nicht einfach so reden, wie mir der Schnabel gewachsen ist? – Und überhaupt, warum muss eigentlich immer ich auf alle Rücksicht nehmen?“

Herzlich willkommen im neuen Archetypen-Artikel der aktuellen Lemondays-Serie „Kennst Du die weiblichen Archetypen?“ und herzlich willkommen in Joya’s Küche.

Psssst, sie weiß nicht, dass wir da sind. Wir dürfen heute unsichtbare BeobachterInnen eines spannenden Dialogs werden und in die Köpfe der beiden Kontrahentinnen schauen.

Links von uns Joya, unterlippennagend und vertieft in ihr Handy. Rechts schräg gegenüber siehst du die Kritikerin, stirnrunzelnd, kopfschüttelnd, mit spitzer Nase und zusammengekniffenen Augen. Kannst Du das amüsante fast ein bisschen ironisch anmutende Lächeln der Kritikerin sehen?

Joya kennen wir alle ja schon recht gut. Als lebendige Amazone, kraftvolle Magierin, Rebellin, Königin usw. Doch heute wirkt sie irgendwie klein. Und verletzlich. Innerlich zerrissen.

Wer kennt das nicht? Das Gefühl, endlich mal nicht klein beizugeben. Das Gefühl, sich endlich behaupten zu wollen. Das Gefühl, wieder einmal alles falsch gemacht zu haben.

Immer dann, wenn Du aus einer Situation herausgehst und das Gefühl hast, DU hättest es nicht richtig gemacht, genau dann zeigt sich Deine innere Kritikerin und erscheint viel stärker als Du.

Doch wer ist diese Kritikerin?

Mir fällt sofort eine Fernsehsendung ein, in der ein berühmter Literatur-Kritiker die aktuellen Neuerscheinungen vorstellt und letztendlich die meisten davon in die Tonne kloppt. Bücher, die mit Herzblut geschrieben wurden und nun regelrecht vom Kritiker verbal zerrissen werden. (Unter uns: Manchmal kaufe ich genau diese Bücher, und nicht selten habe ich das eine oder andere regelrecht inhaliert, so gut fand ICH es).

Kritiker sind in Mode gekommen. Sie hypen die Zuschauerzahlen. Mit konstruktiver Kritik hat das nur noch selten was zu tun. Im Gegenteil. Ich denke da an diverse Models, Musiker und andere mehr oder weniger gute Talente, die von ihren Kritikern unwürdig, und manchmal fast verachtend bloß gestellt werden. Dabei geht es auch ganz anders.

Klar sollte uns jedoch allen sein: Wir können Kritik nicht vermeiden, denn das würde bedeuten:

Tu nichts, sag nichts, sei nichts (Elbert Hubbard)

Puh, ich glaube das wäre dann doch ziemlich langweilig, nicht wahr?

Wie alle Archetypen zeigt sich auch die Kritikerin von zwei Seiten. Betrachten wir zunächst einmal ihre „dunkle“ Seite

Sie betritt immer dann die Bildfläche, wenn Dein Blick auf das Außen gerichtet ist und Du Dich damit beschäftigst, Dich mit anderen zu vergleichen.

Sie verführt Dich mit ihrem Imponier-Gehabe und katapultiert Deine Ansprüche an Dich selbst in lichte Höhen. Sie vergiftet nach und nach destruktiv Deinen Selbstwert. Gut ist ihr niemals gut genug. Ihre Werte sind: Unterschiede//Vergleiche//Macht//Perfektion//Selbstentwertung//Mangel//Selbstzweifel und Unentschlossenheit//Auge um Auge//Kritiksucht auch anderen gegenüber//herablassende Arroganz und Überlegenheit…usw.

Betrachten wir sie wohlwollend, entdecken wir durchaus auch ihre heilvolle gute Seite!

    • Sie spornt Deinen Ehrgeiz an und stärkt Deine Durchsetzungskraft.
    • Sie motiviert Dich ständig aufs Neue und öffnet Raum für Veränderung und Erfolg.
    • Sie lässt Dich mutig die Ärmel hochkrempeln und holt dadurch das Beste aus Dir heraus.
    • Sie nährt Deinen Willen und Deinen Kampfgeist.
    • UND: Sie kennt Deine Werte und Ideale und bringt Dich zu ihnen zurück.

Dabei geht es der wohlwollenden Kritikerin niemals um das Siegen oder Besiegt werden. Es geht ihr immer darum, Dich in Deine ursprünglichste Kraft und Authentizität zu bringen. Weil sie Dich von Anbeginn an kennt und an Dich glaubt. Liebevoll reibt sie an Deinem Selbstwert und flüstert Dir zu:

Kritik ist wie Schleifpapier – es kratzt, aber es kann zu mehr Glanz verhelfen! (Zitat gefunden im Netz, Verfasser unbenannt)

Wer würde sich da nicht gerne ganz sanft den Rücken rubbeln lassen?
Jetzt aber zurück zu Joya in die Küche. Sie hat sich zwischenzeitlich an eine wundervolle Archetypinnen-Übung erinnert und ihren Platz mit der Kritikerin getauscht.

Warum das Tauschen der Plätze so wichtig ist? Nun ich denke, dass ein „Austausch“ oder ein „Sich miteinander austauschen“ auch ab und zu durch einen Sitzplatz-Wechsel verstärkt werden kann. 😉

Die Übung, die Joya gemacht hat, lässt sie tief durchatmen und zaubert ein Lächeln in ihr Gesicht. Sie hat sich mit ihrer inneren Kritikerin ausgetauscht und eine gute Lösung gefunden.

Magst Du die Übung auch ausprobieren?

Step 1: Mach Dir im allerersten Schritt bewusst, WER Deiner inneren Kritikerin gegenüber sitzt. JA, Du hast richtig gelesen. In welcher „Rolle“ gehst Du in diesen Dialog? Bist Du

  • Die Enttäuschte
  • Die Unsichtbare
  • Die Beleidigte
  • Die Überforderte oder sogar
  • Das kleine Kind oder
  • WER?

Fühle tief in Dich hinein und finde heraus, WER im Moment hier am Küchentisch sitzt.

Step 2: Schreibe nun die Situation ausführlich nieder. Notiere alle Deine Gedanken und Gefühle. Nimm Dir Zeit dafür. Wir müssen nicht immer alles im Hauruck-Tempo erledigen. Und wenn Du jetzt im Moment keine Zeit hast, mache die Übung später.

Step 3: Wähle aus allen Dir mittlerweile bekannten sieben Archetypinnen die aus, die Dich bislang am meisten angesprochen hat. Lese Dir ihre Kraftanteile noch einmal genau durch. Dann nimm sie in Gedanken in Deinen schriftlichen Dialog.
Was würde SIE antworten? Welche Lösungsansätze hält sie für DICH bereit? HIER findest Du nochmal alle bereits veröffentlichten Artikel zu den weiblichen Archetypinnen.

Step 4: Genieße den Perspektiven-Wechsel der JETZT passiert.
Ich freue mich auf Deine sicherlich spannende Erkenntnis. Gerne darfst Du sie mit mir unter silke-steigerwald@web.de erzählen. Oder auch direkt unter diesem Artikel. Und wenn Du noch Fragen hast, melde Dich gerne bei mir.

WEIL DU WICHTIG BIST!

Herzlichst
Silke

PS: Der nächste Workshop „Die Amazonen-Reise“ ist schon lange in Startbereitschaft. Vielleicht dürfen wir uns ja auf dieser Reise begegnen. Es gibt schon eine Warte-Liste. Wenn Du Dich auch für diese kraftvolle Kloster-Auszeit interessierst, melde Dich einfach per Mail bei mir, dann kann ich Dich rechtzeitig darüber informieren, wenn sich die Kloster-Pforten wieder für uns öffnen.

Alle Aussagen und Empfehlungen in diesem Artikel sind sorgfältig recherchiert und für gesunde Frauen gedacht. Unsere Beiträge bieten jedoch keinen Ersatz für kompetenten medizinischen Rat und es wird keine Haftung übernommen. Auf jeden Fall solltest Du Dich in deinen Wechseljahren regelmäßig mit deinem Gynäkologen besprechen, gegebenenfalls auch mit Endokrinologen und Heilpraktiker.

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